zur Navigation springen
Kindernachrichten

18. November 2017 | 00:20 Uhr

Forschen : Stimmen aus dem Ozean

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Drei Jahre lang haben Forscher im Südpolarmeer Zwergwale und andere Tiere abgehört.

shz.de von
erstellt am 17.Mai.2017 | 01:31 Uhr

Wie klingt eigentlich der Ozean? Der Forscher Sebastian Menze weiß es. Zusammen mit Kollegen hat er fast drei Jahre lang den Ozean abgehört. Dabei interessierten die Forscher sich für ein besonderes Gebiet: das Südpolarmeer, rund um die Antarktis.

„Das Südpolarmeer ist einer der letzten unberührten Ozeane“, erklärt der Forscher. Das bedeutet, dort sind keine großen Container-Schiffe unterwegs, es gibt keine Windräder im Meer und zum Beispiel auch keine Bohrinseln. „Es gibt dort also kaum Geräusche, die von uns Menschen verursacht werden“, sagt der Fachmann.

Der Sommer ist laut

Und genau das hat die Forscher interessiert: Wie klingt eigentlich so ein unberührter Ozean? Welche Tiere leben dort und wie verhalten sie sich? Normalerweise beobachten die Forscher die Tiere von Booten aus oder aus der Luft mit Flugzeugen. Aber das ist teuer und aufwendig. Und funktioniert auch nur tagsüber.

Mithilfe der Mikrofone konnten die Experten die Tiere das ganze Jahr über beobachten – Tag und Nacht, im Sommer wie im Winter. „Im Sommer ist es im Südpolarmeer zum Beispiel richtig laut. Dann gibt es dort viele Stürme und große Wellen“, verrät der Forscher.

Pssst! Die Orcas kommen

Im Winter ist es dagegen leise. Das hat etwas mit der Eisdecke zu tun, die sich in den Wintermonaten bildet. Das Wasser gefriert, es gibt keine Wellen mehr. „Das Eis wirkt zudem schall-isolierend. Es dämpft alle Geräusche ab“, erklärt Sebastian Menze. Je dicker die Eisschicht ist, desto leiser wird es.

Manche Tiere hört man das ganze Jahr über, zum Beispiel Blauwale. Andere Tiere wie Zwergwale sind vor allem im Winter zu hören. „Im Sommer sind die Zwergwale auffallend still“, sagt Sebastian Menze. Vielleicht versuchen sie auf diese Weise, ihren Feinden aus dem Weg zu gehen – den Orcas. Diese sind im Sommer im Südpolarmeer unterwegs und machen unter anderem Jagd auf die kleinen Wale. Den antarktischen Winter verbringen die Orcas dagegen woanders. Die Zwergwale hätten also weniger zu befürchten. Und noch etwas konnten die Forscher hören: Im Winter sind die Zwergwale nachts lauter als tagsüber. Das könnte mit ihrem Futter zu tun haben, dem Krill. Das sind kleine Lebewesen wie winzige Krebstierchen. Den Tag verbringt der Krill in tieferen Wasserschichten. Aber nachts schwimmen die Tierchen hinauf an die Wasseroberfläche. Für die Zwergwale beginnt dann die Futterzeit.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen