Kinder : Sritshi malt Bilder gegen die Angst

Die Kinder in der SOS-Kita freuen sich über die Hilfe von Elitsa Dincheva (oranges T-Shirt) .
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Die Kinder in der SOS-Kita freuen sich über die Hilfe von Elitsa Dincheva (oranges T-Shirt) .

Eine Woche nach einem schlimmen Erdbeben in dem Land Nepal am Himalaya-Gebirge haben Nothelfer noch immer viel zu tun.

shz.de von
02. Mai 2015, 01:08 Uhr

Der zehnjährige Rajan malt einen Rettungswagen, in den ein Verletzter hinein getragen wird. Darum herum liegen Menschen auf der Straße, die um Hilfe rufen. Er malt einen eingestürzten Tempel, von dem nur Trümmer geblieben sind. Jems (5) malt umgestürzte Bäume und ein Haus, dessen Mauern voller Risse sind.

Die Kinder in der SOS-Kita in Kathmandu, der Hauptstadt Nepals, zeichnen, was sie vor einer Woche erlebt haben: ein schlimmes Erdbeben, dass das Land in Asien erschüttert hat. Auch Srishti malt. Die Zweieinhalbjährige kann noch nicht verstehen, was ein Erdbeben ist. Doch beim Malen vergisst sie die Angst. Als am vergangenen Samstag ihr Haus durchgerüttelt wurde, kam nahm ihre Mutter Ranjana ihre kleine Tochter schnell auf den Arm und lief nach draußen. „Bei uns im fünften Stock des Hauses fühlte es sich an wie auf einer Schaukel“, erzählt die 28-jährige Ranjana. Sie flohen ins Freie. In ihrer Straße, nahe des Durbar-Platzes in Kathmandu, der Hauptstadt Nepals, sind viele Häuser vom Erdbeben stark beschädigt.

„Es gibt zwei Welten hier in Kathmandu. In einigen Straßen waren am Tag nach dem Erdbeben schon wieder Läden geöffnet. In anderen Gegenden sind die Häuser vom Einsturz gefährdet. Es gab immer wieder Nachbeben, deshalb schlafen viele Menschen im Freien. Es sind besonders die Armen, die davon betroffen sind“, erklärt Elitsa Dincheva. Sie kommt aus München und ist Mitarbeiterin der SOS-Kinderdörfer weltweit. Sie war zufällig gerade in Nepal, als das schlimme Erdbeben geschah. Sie hat sich sofort entschieden, zu helfen.

Auch die Kinder und Jugendlichen, die in den SOS-Dörfern wohnen, haben dabei geholfen, Wasser und Essen an die Menschen zu verteilen, die nicht in ihre Häuser zurück konnten. Die Regierung in Nepal sei nicht gut auf so eine Katastrophe vorbereitete, erklärt Elitsa Dincheva. „Ich bin so traurig, wenn ich sehe, wie schlecht es den Familien rund um unser Kinderdorf geht“, sagt die achtjährige Amruta. Die SOS-Kinderdörfer, die Kindern in aller Welt ein neues Zuhause bieten, wenn ihre Eltern es nicht können, sind sicher gebaut. Das ist in Kathmandu nicht selbstverständlich.

Sritshi und ihre Familie können noch immer nicht in ihr Haus zurückkehren, die Wände sind voller Risse, wie in Jems’ Bild. In der SOS-Kita finden die Kinder aber Schutz und Hilfe, während ihre Eltern versuchen, ihr Heim wieder aufzubauen.

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