zur Navigation springen

Umwelt : Spaziergang auf einem Vulkan

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wo es dampft und zischt: Dieser Berg kann extrem gefährlich werden. Er hat aber auch ein schönes Schauspiel zu bieten.

Es blubbert und brodelt. In einem Tümpel kocht eine graue Brühe vor sich hin. Dampf steigt nach oben – und der stinkt! Es riecht nach faulen Eiern. Im Yellowstone (gesprochen: jellostoon) Nationalpark gibt es viele solcher Tümpel, manche in bunten Farben. Und auch aus zahlreichen kleinen Hügeln sprudelt und dampft es. Sie heißen Geysire und sie schießen immer wieder Wasserfontänen in die Luft. Denn das Gebiet im Nordwesten der USA ist eine riesige Vulkanlandschaft.

An so einem Vulkan sieht man, dass der Planet Erde kein fester Ball ist. Im Inneren bewegt sich eine extrem heiße, flüssige Masse. Ein Brei aus geschmolzenen Steinen. Er wird Magma genannt. Meist ist dieses Magma tief unter der Erdoberfläche. Aber es kommt vor, dass Magma nach oben steigt und sich dicht unter der Erdoberfläche in einer Art Kammer sammelt. „Darüber entsteht ein Vulkan“, sagt der Experte Stephen Cook. Er arbeitet im Yellowstone Nationalpark.

„Direkt unter meinen Füßen, in vier bis fünf Kilometern Tiefe, ist das heiße Magma“, sagt Stephen Cook. Dieses Magma wirkt wie eine heiße Herdplatte. „Es erhitzt das Wasser, das im Boden ist oder bei Regen in die Erde einsickert. Das ist wie bei einem Kochtopf“, erklärt Stephen Cook. „Das heiße Wasser steigt dann wieder nach oben an die Oberfläche, und wir sehen es blubbern und dampfen.“

Diese Art von Kochtöpfen der Natur gibt es auch bei anderen Vulkanen. Dass es an manchen Stellen müffelt, liegt daran, dass das Wasser bei seinem Weg durch die Erde bestimmte Stoffe und Gase mit hochspült. Zum Beispiel Schwefel.

Aus anderen Tümpeln steigt einfach Wasserdampf, wie bei einem Teekessel. Trotzdem gilt auch hier: Achtung, Abstand halten! Eine Vulkanlandschaft ist kein ungefährlicher Ort. Rund um die brodelnden Tümpel kann der Erdboden sehr dünn sein. Wer an die falsche Stelle tritt, bricht vielleicht ein – und landet im Kochtopf.

Dazu kommt der Gedanke: Was ist, wenn der Vulkan plötzlich ausbricht? So etwas passiert, wenn der Druck im Erdinneren zu groß wird. Es kann zu einer Explosion kommen. Magma wird durch einen Riss durch die äußere Schicht der Erde an die Oberfläche geschleudert. Sie wird dann Lava genannt. Die zähe, glühende Masse ergießt sich über die Landschaft. Vulkanasche wirbelt in die Luft.

Der letzte große Ausbruch des Yellowstone ist schon viele Tausend Jahre her. „Keine Angst“, beruhigt Stephen Cook. „Wir gehen nicht davon aus, dass es in der nächsten Zeit wieder zu einem solchen Ausbruch kommt.“ Nach neuesten Erkenntnissen sei das beim Yellowstone eher unwahrscheinlich. „Allerdings können auch Fachleute nicht genau vorhersagen, wann ein Vulkan ausbricht“, meint der Geologe. „Ein Vulkan bleibt immer unberechenbar.“

zur Startseite

von
erstellt am 12.Nov.2014 | 01:36 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert