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Forschen : So wirst du geheimer Fisch-Agent

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mitmachen und gewinnen: Kieler Wissenschaftler brauchen eure Hilfe bei einem Tierschutz-Projekt.

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2017 | 01:26 Uhr

Pssst! Hej, komm mal her! Ja, du! Schon mal Geheimagent gewesen? Detektiv? Sherlock Holmes? Sonderermittler? Nein? Dann wird es höchste Zeit! Das Kieler Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung sucht nämlich Fischdetektive.

Was muss ich machen?
Ob im Brötchen, als Stäbchen, als gefrorenes oder frisches Filet vom Markt – wann immer du mit deinen Eltern Fisch kaufst oder bestellst, schneidest du ein kleines Stück davon raus. Dazu notierst du alles, was du über den Fisch weißt: Welcher Fisch es ist, wie groß er ist, und woher du ihn hast. In der Regel steht das auf der Verpackung, im Restaurant oder am Verkaufsstand musst du nachfragen. Für die Größenmessung nimmst du am besten ein Maßband mit – das im Restaurant natürlich mit der Umsicht eines geübten Geheimagenten eingesetzt werden sollte! Vielleicht kannst du auch herausbekommen, wann, wo und mit welchen Netzen der Fisch gefangen wurde? Auf den Verpackungen muss all das ebenfalls angegeben sein, aber vielleicht kannst du auch dem Verkäufer und dem Kellner die ein oder andere Information dazu entlocken? Am Ende schickst du die Probe und deine Notizen an das Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung nach Kiel.

Was machen die Wissenschaftler?

Die Biologen in Kiel untersuchen deine eingesandte Probe und ermitteln die DNA, also den genetischen Fingerabdruck des Fisches. So können sie sehen, ob der Supermarkt wirklich den Seelachs verkauft hat, der auf dem Etikett stand, oder ob das Restaurant statt Seezunge vielleicht Scholle serviert hat. Die Methoden der Gen-Analyse sind heute schon so genau, dass die Wissenschaftler sogar sagen können, in welchem großräumigen Meeresgebiet der Fisch gefangen wurde.

Warum soll ich das machen?
Seit Jahren holen Fischereiboote weltweit viel zu viel Fisch aus den Meeren. So schnell wie wir essen, kann der Fisch in den Meeren oft nicht nachwachsen. Das gilt vor allem für bestimmte, stark überfischte Arten und für bestimmte Fangmethoden. So werden mit einigen Netzen etwa viele unerwünschte Fischarten mitgefangen, die am Ende wieder tot über Bord geworfen werden. Es gibt aber natürlich auch noch Arten, die man guten Gewissens essen kann, weil sie noch in großer Zahl vorkommen und schonend gefangen wurden. Gerade deshalb ist es so wichtig, dass die Informationen auf den Fischprodukten stimmen. Nur so können auch die Verbraucher zum Schutz der Meere beitragen.

Wer kann mitmachen?
Alle Spürnasen, die zwischen zehn und 16 Jahren alt sind, und die gewissenhaft Proben und Informationen sammeln.
Was kommt am Ende dabei heraus?
Gegen Ende dieses Jahres, werden die Wissenschaftler vom Geomar ihre Ergebnisse präsentieren. Dann erfahren wir, wie oft beim Fischetikett geschummelt wird, welche Fischarten und welche Verkaufsstätten besonders davon betroffen sind. Alle, die auf Fisch nicht verzichten wollen, sehen dann auch anhand einer Fisch-Ampel, welche Fischart sie ohne Gewissensbisse essen können.

Was habe ich davon?

Jede Menge Spaß natürlich. Außerdem kannst du mit jeder Probe und jeder Zusatzinformation Punkte sammeln. Auch tolle Fotos oder Videos von euren Detektiv-Einsätzen werden dabei berücksichtigt. Am Ende bekommen die Teilnehmer mit den meisten Punkten verschiedene Preise: die Mitfahrt auf einer Forschungsreise, Besuche und Mitarbeit in den Laboren und Sachpreise sind darunter.

Wo geht’s los?
Unter www.fischdetektive.de kannst du dich ab sofort anmelden und erhältst dann ein Set für die Fischproben per Post. Schulklassen können unter info@fischdetektive.de gleich ganze Klassensätze bestellen. Auf der Projektseite werden auch Unterrichtsmaterialien bereit gestellt.


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