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Kindernachrichten

19. Oktober 2017 | 15:05 Uhr

Sechs Kugeln auf eine Sau

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Fünf junge Schleswig-Holsteiner spielen bei der Deutschen Pétanque-Meisterschaft der Jugend.

shz.de von
erstellt am 14.Sep.2013 | 00:36 Uhr

Don wirft die Sau auf die Sandbahn. Natürlich schmeißt der 14-Jährige keine Schweine über die Sportanlage in Idstedt bei Schleswig, sondern eine Kugel. Eine kleine, rote Kugel, die im Pétanque-Spiel eben Sau genannt wird.

Sie landet sechs, sieben Meter von dem Wurfmal entfernt, auf dem Don steht. Nun ist Cosmo mit einer größeren, schweren Metallkugel dran. „Leg sie vor die Sau“, sagt sein Trainer Burkhard Nitsch. Und wenn der Pétanque-Trainer legen sagt, meint er eigentlich werfen. Warum auch nicht, wer beim Fußball schießt, hat ja auch keine Waffe in der Hand. Jeder Sport hat seine besonderen Ausdrücke. Beim Pétanque sind sie aber weniger bekannt.


Hartes Training


Don (14), William (13), Cosmo (12), Moritz (12) und Quentin (10) spielen dieses Spiel, das viele als Boule kennen, so gut, dass sie an diesem Wochenende sogar an der Deutschen Meisterschaft in Mannheim teilnehmen dürfen. 700 Kilometer weit mussten sie gestern bis dahin fahren. Doch das ist nur ein kleiner Teil des Weges, der zu den Meisterschaften führt. Don und William haben erst vor fünf Monaten wieder mit Pétanque angefangen. Sie hatten eine Pause eingelegt. „Seitdem haben wir aber hart trainiert“, erklärt Don den Erfolg. Die beiden Jungen, die in der Altersgruppe der Juniors spielen, sind beide Handballer.


Ballgefühl und Taktik


Das hilft ihnen auch bei diesem Sport. „Ballgefühl ist sehr wichtig“, erklärt Burkhard Nitsch. Daneben zählt beim Pétanque besonders die Konzentration. Zwei Mannschaften versuchen mit jeweils sechs Würfen, ihre Kugeln näher an die Sau heranzulegen als die Gegner. Dabei ist auch Taktik gefragt – und Ausdauer. Bei den Meisterschaften kämpfen die fünf Idstedter heute und morgen den ganzen Tag lang – bis zu zwölf Stunden.

„Ich freue mich darauf, gegen Gleichaltrige aus ganz Deutschland zu spielen“, sagt Quentin. Der Zehnjährige ist seit sechs Jahren dabei, genau wie sein großer Bruder Cosmo. Die beiden kennen natürlich schon einige Konkurrenten. „Ich bin gespannt, wie sich die anderen verbessert haben“, sagt Quentin. Gemeinsam mit Moritz bilden die beiden eine Mannschaft, denn es wird in Dreiergruppen gespielt.

Zur Mannschaft von Don und William kommen noch Paul Franke und Jasper Jütte aus Hamburg dazu, denn der Landesverband Nord ist länderübergreifend. Sie vertreten Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern bei den Deutschen Meisterschaften. Was ist ihr Ziel? Don will „Spaß haben, Leute kennenlernen und Gewinne feiern“. Bis ins Viertelfinale wollen sie es auf jeden Fall schaffen. Wir drücken die Daumen!

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