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Kindernachrichten

24. Oktober 2017 | 04:51 Uhr

Gesundheit : Schulfrei wegen Ebola

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Im Westen Afrikas bedroht eine schwere Krankheit die Menschen. Rosmarie Jah arbeitet in Sierra Leone. Dort versucht sie, den Menschen zu helfen.

shz.de von
erstellt am 14.Okt.2014 | 01:25 Uhr

Tausende Menschen sind krank. Noch viel mehr haben Angst davor, sich anzustecken. In Teilen von Afrika ist seit einiger Zeit eine gefährliche Krankheit ausgebrochen. Sie heißt Ebola. Viele Menschen sind schon daran gestorben.

Besonders schlimm ist es in dem Land Sierra Leone. Dort arbeitet Rosmarie Jah für die Hilfsorganisation Unicef. Zusammen mit ihren Kollegen möchte sie Kindern im Land helfen. Im Kina-Interview erzählte sie, was die Jungen und Mädchen gerade erleben.

Wie gut kennen sich die Kinder in Sierra Leone mit Ebola aus?

Rosmarie Jah: Viele Kinder wissen nicht so gut über die Krankheit Bescheid. Aber ich habe mich neulich auch mit einem achtjährigen Jungen unterhalten, der ziemlich viel wusste. Zum Beispiel darüber, wie man sich schützen kann. Allerdings war der Junge sehr traurig, dass er nicht in die Schule gehen darf.

Warum dürfen die Kinder denn nicht zur Schule?

Die Krankheit Ebola verbreitet sich sehr schnell. In den Schulen sitzen die Kinder beieinander und spielen zusammen auf den Schulhöfen. Sierra Leone ist ein Teil von Afrika, hier ist es sehr heiß, die Leute schwitzen. Und Schweiß ist eine Möglichkeit, sich anzustecken.

Und was geben sie den Kindern für Tipps?

Wir sagen ihnen zum Beispiel, dass man sich möglichst oft die Hände waschen sollte, am besten mit Seife. Es wurden auch Seifenstücke an viele Haushalte in Sierra Leone verteilt.

Was gibt es noch für Möglichkeiten, sich zu schützen?

Die Kinder sollten versuchen, so wenig Körperkontakt mit anderen zu haben, wie es geht. Wenn sie sich grüßen, sollten sie sich zum Beispiel nicht die Hand geben, sondern nur „Hallo“ sagen.

Geht das denn überhaupt?

In der Familie gilt das wahrscheinlich nicht. Da kann das Kind trotzdem noch zu seiner Mutter in den Arm kommen, wenn niemand aus der Familie die Krankheit hat. Aber am Arbeitsplatz oder auf der Straße sollten die Menschen versuchen, keinen Körperkontakt zu haben, auch nicht zu Freunden.

Wie kommen die Kinder denn damit zurecht?

Es ist natürlich schwierig für sie zu verstehen, dass sie niemanden anfassen sollen. Kinder in Sierra Leone schlafen zum Beispiel oft mit mehreren in einem Bett. Das ist für sie ganz normal.

Wie hat sich das Leben der Kinder sonst noch verändert?

Viele Menschen dürfen ihr Dorf oder ihren Ort nicht verlassen. Deshalb bekommen die Kinder zum Beispiel weniger Besuch von ihren Tanten und Onkeln. Außerdem wird es schwieriger, Lebensmittel hin und her zu transportieren. Es gibt Grenzpunkte, wo Polizisten stehen und die Menschen kontrollieren.

Und was machen die Kinder den ganzen Tag?

Der Junge, von dem ich gerade erzählt habe, verkauft zum Beispiel Wasser an andere Leute. Auch andere Kinder müssen arbeiten oder zu Hause stärker mithelfen. Viele sind auch einfach nur zu Hause oder spielen mit anderen Kindern in ihrer Nachbarschaft.

Und wie soll es jetzt weitergehen?

Im Moment wird zum Beispiel überlegt, wie Kinder etwas lernen können, ohne in die Schule zu gehen, zum Beispiel über das Radio.

Wie soll das gehen?

In Sierra Leone gibt es nicht so viele Fernseher wie in Deutschland. Viele Leute hören Radio. Oft wird es im Haushalt angeschaltet. Manche Leute laufen sogar mit ihren kleinen Radios durch die Straßen. Weil Erwachsene gerne Radio hören, bekommen auch die Kinder Informationen. Außerdem soll es spezielle Programme für Kinder geben. Jetzt wird gerade geplant, wie man das am besten macht. Damit Kinder auch während der Ebola-Zeit etwas lernen können.

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