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Schneeweißes Fell und rote Augen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Schwarz-weißen Streifen sind das Markenzeichen von Stinktieren. Doch was, wenn sie fehlen? Zu Besuch bei schneeweißen Albino-Skunks.

shz.de von
erstellt am 24.Sep.2013 | 16:29 Uhr

Das war eine riesige Überraschung für die Pfleger im Gelsenkirchener Zoo! „Wir hatten zwar im Ultraschall gesehen, dass Escada mehrere Babys im Bauch hat – aber natürlich konnten wir nicht erkennen, dass zwei von ihnen Albinos sind“, sagt Tierpfleger Armin Taps. Deswegen waren er und seine Kollegen sehr verwundert, als Stinktier-Mama Escada nicht nur zwei schwarz-weiß gestreifte, sondern auch zwei schneeweiße Albino-Skunks mit roten Augen zur Welt gebracht hat.

Der Begriff Albino wird von dem lateinischen Wort „albus“ abgeleitet. Das heißt „weiß“. Albinos gibt es im Grunde bei allen Tierarten – zum Beispiel Albino-Kängurus, Albino-Rehe oder Albino-Alligatoren. Aber wie kommt es eigentlich dazu?

Experten bezeichnen Albinismus als Gen-Defekt. Menschen oder Tiere mit Albinismus können bestimmte Farbstoffe in ihrem Körper nicht so gut bilden wie die meisten anderen, oder auch überhaupt nicht. Bei Menschen und vielen Säugetieren heißt dieser Farbstoff Melanin. Er sorgt für die Farbe in Haut, Haaren und Augen. Weil der fehlt, ist vieles an ihrem Körper sehr hell. „Aber es ist nicht so, dass alle Albinisten schlohweiße Haare haben und auf der Straße auffallen“, sagt die Expertin Barbara Käsmann-Kellner.

Für die beiden Albino-Skunks ist es ein Glück, dass sie im Zoo leben und dort keine Feinde haben. „In der Natur wären sie natürlich nicht so gut getarnt“, sagt ihr Pfleger. Die fehlende Tarnung ist das größte Problem für Albino-Tiere. Durch ihr schneeweißes Fell fallen sie besonders auf. „Wenn zum Beispiel ein Reh mit Albinismus geboren wird, wird es meist nicht sehr alt – es fällt einfach im Wald zu sehr auf und ist eine leichte Beute“, sagt Barbara Käsmann-Kellner.


Vorsicht Sonne – da bleiben die Skunks lieber im Schatten


 

Außer Haut, Haaren und Fell sind bei Albinos auch meist die Augen ganz hell. Bei Menschen mit Albinismus sehen sie oft hellblau, bei vielen Tieren rot aus. Sie sehen meist schlecht: Das Melanin, das ihnen fehlt, ist nämlich auch für die Entwicklung der Augen wichtig.„Für die Tiere ist das natürlich schwierig“, sagt Armin Taps. Sie sind zum Beispiel besonders sonnenempfindlich. Bei ihrem ersten Ausflug ins Außengehege sind die beiden Skunks nur im Schatten geblieben. Die Sonne war ihnen viel zu grell. Ohne die schützende Farbe in der Haut kriegen Albinos auch schneller Sonnenbrand.

„Möglicherweise wird es für sie schwierig, später einen Partner zu finden“, sagt Tierpfleger Armin Taps. Einfach weil sie so anders aussehen. Aber erst einmal laufen sie quietschvergnügt durch ihr Gehege und balgen sich mit ihren Geschwistern.

Ihre Stinkdrüsen funktionieren übrigens genauso gut wie die ihrer schwarz-weiß gestreiften Geschwister. „Als die vier das erste Mal draußen waren, hat es total gestunken – nach einer Mischung aus Schwefel, faulen Eiern und Knoblauch“, sagt der Tierpfleger. Klar, denn das war für die vier natürlich total spannend. Stinktiere verschießen ihre Stinktier-Flüssigkeit, wenn sie aufgeregt sind oder Feinde vertreiben wollen. Das Schlimme ist: Wenn der fiese Geruch einmal in den Klamotten hängt, geht er nicht mehr raus. „Selbst wenn man nur ein paar Tropfen abkriegt, stinkt das eine Woche“, berichtet Armin Taps.

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