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Medien : Schlimme Fotos – zeigen oder nicht?

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein Junge liegt tot am Strand. Er ist auf der Flucht umgekommen. Dieses Bild beschäftigt sehr viele Menschen.

Manchmal zeigen Reporter in Zeitungen oder im Fernsehen schockierende Fotos. Es sind darauf zum Beispiel Aufnahmen aus Kriegen oder von Unglücken zu sehen.

Auch von den Flüchtlingen auf dem Weg nach Europa gibt es solche Fotos. Gestern war in Zeitungen, im Fernsehen und im Internet ein Foto zu sehen, worüber viele Menschen sprachen. Es zeigt ein totes Flüchtlingskind.

Eine Expertin für Medien erklärt: „Fotos lösen verschiedenste Gefühle in uns aus: Wut, Enttäuschung, Trauer. Aber auch Glück, Erleichterung und Freude. Fotos können Menschen informieren oder sie unterhalten.“

Manche Medien zeigen schockierende Fotos, weil sie ihren Lesern auch schreckliche Dinge deutlich machen wollen. Die Menschen sollen über schlimme Themen nachdenken. Es macht einen Unterschied, ob man von Tausenden Flüchtlingen hört. Oder ob man plötzlich einen einzelnen Flüchtling sieht. „Durch Fotos bekommen Zahlen ein Gesicht“, sagt die Expertin.

Es gibt aber auch Kritiker. Sie sagen: Nicht alle Medien wollen nur informieren. Manchen gehe es bei den krassen Fotos besonders ums Geldverdienen. Sie wollten Leute anlocken, die die Zeitung kaufen.

Manche Medien entscheiden sich dagegen, schockierende Fotos zu veröffentlichen. „Sie zeigen die Bilder nicht, weil sie finden: Ein Text reicht aus, um zu erklären, wie schlimm eine Sache ist“, erklärt die Expertin. „Reporter haben jedenfalls eine wichtige Aufgabe: Sie müssen immer wieder aufs Neue entscheiden, ob und wie sie ein Foto zeigen.“

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erstellt am 04.Sep.2015 | 01:06 Uhr

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