zur Navigation springen

Schulprojekt : Rubens Husky-Abenteuer

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein 14-jähriger Schüler aus Flensburg arbeitet drei Wochen lang auf einer Schlittenhunde-Farm in Norwegen.

Auf dem dänischen Flughafen Billund steigt Ruben Preuss (14) ins Flugzeug. Ganz allein. Vor ihm steht das größte Abenteuer, das er je erlebt hat: Drei Wochen muss er auf einer norwegischen Husky-Farm arbeiten, um sich dort Unterkunft und Verpflegung zu verdienen.

Fühlt Ruben sich einsam und verlassen? „Es ist schon eine Herausforderung“, sagt er. Und das sollte es auch sein, denn so heißt das Projekt an der Flensburger Ostseeschule, an der Ruben Schüler ist, das ihn nun nach Norwegen führt. Drei Wochen lang sollen die Acht- und Neuntklässler erfahren, wie es ist, auf sich allein gestellt zu sein. Nur 150 Euro Startkapital haben sie – das Geld ist schon durch den Flug nach Norwegen verbraucht.

Ruben landet in der Stadt Stavanger. Dort wird er von Odd Kvinen abgeholt. Er ist der Eigentümer der Husky-Farm und sieht aus wie ein Wikinger – kräftig und mit blonder Mähne und grauem Bart. Odd ist zwar Norweger, aber er spricht auch Deutsch. So ist es für Ruben kein Problem, in dem fremden Land anzukommen. Sie fahren nach Tondal zur Sirdal Huskyfarm in einem Tal in den Bergen.

Dort begegnet Ruben zum ersten Mal seinen Schützlingen, den Schlittenhunden. „Als ich ankam, waren gerade nur die Welpen draußen – und die waren schon riesengroß. Sie bellten richtig laut und fletschten die Zähne. Da hatte ich schon Respekt“, sagt Ruben. Er ist kleine Hunde gewohnt – zu Hause hat er einen Zwergpudel namens Molly. Doch Ruben lernt schnell, mit den kräftigen Hunden umzugehen. „Man darf keine Angst zeigen – dann hast du verloren“, erklärt er. Er füttert die Hunde, gibt ihnen Wasser, lässt sie draußen herumtoben und spannt sie vor den Dogscooter, eine Art Hundeschlitten auf Rädern.

Einen Hund mag er besonders gern: „Låmi ist ein bisschen zappelig. Aber er kommt immer sofort an und umarmt mich.“ Das würde gegen Heimweh helfen – aber dafür hat Ruben sowieso keine Zeit. „Ich war immer den ganzen Tag unterwegs und bin abends einfach ins Bett gefallen“, sagt er. Und allein ist er auch nicht wirklich, obwohl er eine Hütte ganz für sich hat. Da sind die Hunde, Odd und seine Familie und Florian, ein Deutscher, der gerade Abitur gemacht hat und nun für ein Jahr auf der Farm arbeitet. Er zeigt Ruben, was zu tun ist. Gemeinsam gehen sie auch in die Berge, um dort oben an einer Hütte zu arbeiten, die im Winter für die Hundeschlitten-Touren fertig sein soll. „Wir sind zweieinhalb Stunden immer bergauf gelaufen. Ich war noch nie in meinem Leben so fertig“, sagt Ruben.

Die drei Wochen vergehen wie im Flug. „Die Leute waren alle unglaublich freundlich“, sagt Ruben im Rückblick. Jetzt ist er auch wieder gern zu Hause, sagt er – „aber es ist schon komisch, dass hier keine Berge sind.“

zur Startseite

von
erstellt am 07.Sep.2013 | 00:36 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen