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Tiere : Rettungshund Griffin findet alle

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bei der Suche nach Menschen helfen häufig Hunde. Bis die Tiere das richtig können, müssen sie aber erst gut ausgebildet werden.

Wenn Sydney mal groß ist, wird er Rettungshund. Das steht jetzt schon fest. „Bis dahin dauert es aber noch lange“, sagt Stephanie Merfert und streichelt ihrem drei Monate alten Tier über den Kopf.

Ein Rettungshund sucht Menschen, die sich zum Beispiel verirrt haben. Dazu schnüffeln die Hunde nach ihnen. Sie können nämlich sehr gut riechen. Allerdings müssen sie erst einmal lernen, was zu tun ist. Das dauert ungefähr zwei bis drei Jahre, sagt die Expertin Ulrike Gehner.

Stephanie Merfert hat ihren Spaniel zum Training eines Vereins für Rettungshunde mitgenommen. Der ist in der Nähe von Limburg in Hessen. Sydney soll zuerst lernen, dass es prima ist, zu Menschen zu laufen. Dafür setzen sich alle in einen Kreis und werfen sich gegenseitig ein Hundespielzeug zu. Sydney rast hinterher und wird dafür gelobt. Nach einigen Minuten ist für ihn das Training schon vorbei.

Nun sind die erwachsenen Hunde dran. Zu den Besten gehört Griffin. Er ist vier Jahre alt und gehört auch Stephanie Merfert. Griffin ist ein Hund, der gezielt nach bestimmten Menschen sucht – ein Personen-Suchhund. Ganz aufgeregt hüpft Griffin herum, als seine Besitzerin ihn aus dem Auto holt. „Er weiß genau, dass es jetzt losgeht“, sagt sie.

Ein guter Rettungshund macht seine Arbeit gern. Und er weiß genau, dass er ein Leckerchen oder ein Spielzeug als Belohnung bekommt. Griffin soll nun einen Mann suchen, der sich im nahen Wald hinter einem Baum versteckt. Seine Jacke hat der Mann ausgezogen und auf einem Feldweg liegen gelassen. Griffin braucht nämlich etwas, das nach dem Mann riecht. Sonst wüsste er nicht, wen er suchen soll. Ganz kurz schnüffelt der Hund an der Kleidung – dann trabt er los.

Wieso er den Mann riechen kann? Hunde haben Millionen von Riechzellen in der Nase – viel mehr als wir Menschen. Damit können sie sich an dem Duft orientieren, den Menschen hinterlassen. Jeder Mensch verliert pro Minute nämlich Tausende kleine Hautzellen. Die sind so klein, dass man sie nur unter dem Mikroskop sehen kann. In der Luft werden diese Hautzellen von Bakterien gefressen. Dabei entstehen Gase, die sich wie ein Parfüm in der Luft verteilen. Oder die langsam zu Boden sinken und sich dort verfangen. „Der Geruch ist bei jedem Menschen anders. Wie ein Fingerabdruck“, erklärt Ulrike Gehner. „Diese Düfte können die Hunde noch nach Stunden wahrnehmen.“

Stephanie Merfert hält Griffin an der Leine und rennt ihrem Hund hinterher. „Ganz schön anstrengend“, keucht sie. Griffin rennt den Feldweg runter, biegt nach links ab, läuft am Waldrand entlang, schaut hinter einen Baum – und findet den Mann tatsächlich! „Das hast du ganz toll gemacht“, sagt der Mann und gibt Griffin ein Spielzeug als Belohnung. Auch Stephanie lobt ihn. Griffin schaut zufrieden.

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erstellt am 23.Okt.2013 | 00:31 Uhr

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