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Raumfahrt : Rennen in der Schwerelosigkeit

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Einmal in den Weltraum fliegen, davon träumen viele. Doch Astronauten müssen schuften. Um fit und gesund zu bleiben, machen sie täglich Sport.

shz.de von
erstellt am 10.Jan.2014 | 19:05 Uhr

Ein unscheinbarer Raum im ersten Stock. Er ist mehr lang als breit und er hat keine Fenster. Dafür stehen überall Computer herum. Vor einem dieser Computer sitzt eine Frau mit kurzen Haaren. Ihr gegenüber, an der Wand, hängt ein riesiger Bildschirm. Auf diesem ist gerade ein Astronaut zu sehen. Er schwebt durch die Internationale Raumstation ISS. Sie bewegt sich rund 400 Kilometer über der Erde.

Es scheint dem Astronauten gut zu gehen. Denn er sieht entspannt aus und lächelt viel. Die Frau sitzt dagegen unten auf der Erde, im Europäischen Astronauten-Zentrum in der Stadt Köln in Nordrhein-Westfalen. Der Astronaut und die Frau unterhalten sich – etwa eine Stunde, nur auf Englisch. Die beiden machen gerade den sogenannten Medizin-Check. Dieser ist jeweils einmal in der Woche fällig.


Medizin-Check von der Erde aus


Von der Erde aus überprüfen die Fachleute die Astronauten so gut wie möglich. Ob sie gesund sind und ob sie sich wohlfühlen. Das ist wichtig. Denn wenn Menschen längere Zeit in der Schwerelosigkeit sind, verändert sich ihr Körper. Zum Beispiel werden die Muskeln immer weniger. Denn in der Schwerelosigkeit braucht unser Körper keine Muskeln mehr. Alles schwebt herum und ist im Prinzip federleicht. Unsere Muskeln haben also nichts mehr zu tun, sie brauchen sich nicht mehr anzustrengen.

Es gibt aber etwas, das noch gefährlicher ist. „Im Weltraum werden auch unsere Knochen weniger. Sie verlieren an Masse“, erklärt der Experte Volker Dammann. Er ist Arzt und arbeitet im Astronauten-Zentrum in Köln. Das bedeutet, die Knochen werden schwächer. Wenn die Astronauten wieder auf der Erde sind, dauert es manchmal bis zu einem halben Jahr, bis sich ihre Knochen wieder erholt haben.

Damit die Raumfahrer einigermaßen fit und gesund bleiben, müssen sie Sport machen. Und zwar jeden Tag mindestens zwei Stunden.

Doch Sport in der Schwerelosigkeit ist nicht so einfach. Deshalb gibt es auf der Raumstation besondere Sportgeräte. Zum Beispiel ein Laufband oder eine Art Fahrrad. Auf beidem schnallen sich die Astronauten fest, wenn sie trainieren. Sie stecken ihre Hände und Füße in Schlaufen. Sonst würden sie einfach davonschweben.

Die Frau vor dem Computer überprüft gerade, ob das Training etwas bringt. Oder ob man daran etwas verändern muss. Dazu fragt sie den Astronauten viele verschiedene Daten ab. Jeder Raumfahrer hat dabei seinen ganz eigenen Sport-Plan. Nach einer Stunde ist der Medizin-Check vorbei. Alles in Ordnung. Dann bis nächste Woche.

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