Pumpen, spritzen und löschen Foto: 

Beim Übungsabend der Jugendfeuerwehr zeigt Finn H. vollen Einsatz. Nächstes Jahr nimmt er am Bundeswettkampf teil.
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Beim Übungsabend der Jugendfeuerwehr zeigt Finn H. vollen Einsatz. Nächstes Jahr nimmt er am Bundeswettkampf teil.

Die Mitglieder der Jugendfeuerwehr Kappeln-Mehlby zeigen der Kina-Redaktion, was sie können.

shz.de von
28. November 2013, 00:33 Uhr

Berd Reiner Bardosseck fährt vor. So wie jeden Donnerstag. Er betritt das Gerätehaus und knipst das Licht an. Und erst dann kommen die Schätze der Feuerwehr zum Vorschein: Feuerwehrautos, Schutzjacken und zahlreiche Gerätschaften.

Die Mitglieder der Jugendfeuerwehr Kappeln-Mehlby treffen ein, ziehen sich die Schutzkleidung an und dann kann der Dienst- und Übungsabend auch schon beginnen.

Finn (13) und Benjamin (12) begeistern sich besonders für die Übungsaufgaben, denn sie sind zwei Gruppenmitglieder, die im nächsten Jahr am Bundeswettkampf teilnehmen. Schnelligkeit und Geschicklichkeit zählt aber nicht nur bei der Prüfung, sondern im Falle eines Brandes auch am Einsatzort. „Jedes Mal lernen wir neue Sachen“, sagt Finn. „Man kann dann sagen: Wir können das‘“, ergänzt Benjamin.

31 Mitglieder zwischen zehn und 18 Jahren verbringen ihre Freizeit bei der Jugendfeuerwehr Kappeln-Mehlby. „Sie lernen voneinander und passen auf sich auf“, erklärt Berd Bardosseck, ehemaliger Jugendwart, der noch als Betreuer aktiv ist. Die Kameradschaft sei wichtig für eine gute Zusammenarbeit.

Auch Fabian und Christian sind sich einig: „Man braucht für die Aufgaben einen starken Teamgeist, denn man muss sich aufeinander verlassen können.“

Die meisten Kinder sind durch Verwandte oder Freunde zur Feuerwehr gekommen. Lena (13) bezeichnet diese Tätigkeit als ein „außergewöhnliches Hobby“, das sie und die anderen gemeinsam haben. Viel Praxis, Ausflüge an unterschiedliche Orte, aber auch das Kennenlernen der Ausrüstung machen ihr viel Spaß. Die jungen Teilnehmer möchten alle Aufgaben der Feuerwehr beherrschen. Deshalb schätzen sie die praktischen Übungen. Viele von ihnen möchten später Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr werden.

Nun geht die Übung los: ein Löschangriff. Trotz der Kälte jammert keiner. Alle sind motiviert, denn sie wissen: Jeder Handgriff muss geübt werden, damit er sitzt.

Zuerst muss die Vorbaupumpe gekuppelt werden, um Wasser – zum Beispiel aus der Schlei – pumpen zu können. Anschließend verbinden Fabian, Finn und Benjamin die einzelnen Sauglängen mit einem Seil, damit sie, im Falle einer Drucküberlastung, nicht verloren gehen. Die Jugendlichen befestigen einen Filter an die Pumpe, der verhindert, dass Laub oder andere Stoffe zur Verstopfung führen. Im nächsten Schritt werden die Schläuche, durch die das Wasser zum Einsatzort gelangt, auch B- und C-Schläuche genannt, befestigt. Jedes Kind hat dabei seinen Verantwortungsbereich und steht durch lautstarke und klare Kommandos mit der Gruppe in Verbindung.

Berd Bardosseck beschreibt die Mitgliedschaft bei der Jugendfeuerwehr als „50 Prozent Dienst und 50 Prozent Spaß“. Und da der Dienst jetzt abgeleistet wurde, steht nun Spaß auf dem Programm.

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