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Theater : Piraten-Musical: Marzipan statt Gold

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Von der Idee bis zum Bühnenstück dauerte es 20 Jahre. Doch jetzt kommen „Die Marzipanpiraten“ in Lübeck auf die große Bühne.

Im Jahr 1531 wird eine reiche Hansestadt von Piratenkapitän Niederstrecker und seinen Kumpanen angegriffen. Sie wollen Gold und belagern die Stadt. Die Bürger leisten tapfer Widerstand, aber die Vorräte gehen zur Neige. Da entdecken Kinder gemeinsam mit dem spanischen Bäcker Antonio geheime Vorräte in einem Versteck des Bäckermeisters Mehlich: Mandeln. Nach einem alten Rezept stellen sie daraus eine süße Masse her und formen Marzipanpiraten.

Doch dann muss Antonio fliehen. Er fällt dem Piratenkapitän in die Hände. Die Lage scheint gefährlich, bis Antonio dem Seeräuber einen Marzipanpiraten in die Hand drückt und der sich an eine Süßigkeit erinnert, die ihm einst sein Großvater von einem Beutezug gegen die Spanier mitbrachte.

Das ist die Geschichte im Familienmusical um Piraten, die Hanse und um Marzipan. das in dieser Woche in Lübeck Premiere hat: „Die Marzipanpiraten“. Geschrieben hat es der Musiker Heiko Woltersdorf, geholfen haben ihm dabei sein Kollege Hartwin Lemke und der Liedermacher und Schriftsteller Wolfram Eicke. Am Donnerstag ist Uraufführung im Theater Lübeck. Kina hat mit den dreien gesprochen.
Wie kommt man auf so eine Geschichte?
Heiko Woltersdorf: Also, die erste Idee hatte ich vor 20 Jahren in einem Flugzeug, als ich mit meiner spanischen Sitznachbarin über Marzipan sprach und wir beide feststellten, dass es in Lübeck und in ihrer Heimatstadt Toledo ganz ähnliche Märchen rund ums Marzipan gibt.
Das Märchen von der Hungersnot, in der das Marzipan aus letzten Vorräten hergestellt wurde und die Menschen vor dem Verhungern rettete?
Heiko Woltersdorf: Genau. Damit hatte ich den Kern der Geschichte und erst einmal das Buch geschrieben. Das war 2010 fertig.
Und die Musik?
Heiko Woltersdorf: Die kam nach und nach dazu. Und plötzlich traf ich Wolfram Eicke.
Wolfram Eicke: Genau. Wir haben uns kennengelernt und eins, zwei, drei saß ich mit meiner Gitarre bei Heiko in seiner Küche, hab ihm einige meiner Lieder vorgespielt und dann, was mir zum Thema Marzipanpiraten einfiel.

Heiko Woltersdorf: Und dann hat Hartwin Lemke noch ein wichtiges Stück komponiert. Es heißt „Siebenunddreißig“.
Hartwin Lemke: Da geht es um 37 bleiche Gerippe im goldenen Sund.
Wie wurde dann aus den Liedern ein Musical und wie kam das auf die Bühne?
Heiko Woltersdorf: Langsam! Zuerst haben wir Probeaufnahmen gemacht, sie an Künstler verschickt und gefragt, ob die bei dem Musical mitmachen wollen. Das ist ja dann zuerst mal als Musical-Hörspiel erschienen.
Von der ersten Idee 1997 bis zur Uraufführung 2016 – das sind 20 Jahre. Vergeht einem da nicht die Lust an der Geschichte?
Heiko Woltersdorf: Man braucht schon einem ziemlich langen Atem und manchmal ist das Nachfragen und auf Antworten Warten auch ziemlich frustrierend. Aber die Lust an der Geschichte ist uns nicht vergangen.
Hartwin Lemke: Auf keinen Fall!
Wolfram Eicke: Uns vergeht die Lust nie.
 

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erstellt am 07.Jun.2016 | 01:56 Uhr

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