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Beruf : Pilot: Ein schöner, aber auch ein anstrengender Beruf

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wie sieht ein Arbeitstag im Cockpit aus? Lufthansa-Pilot Markus Wahl kennt sich aus.

shz.de von
erstellt am 02.Apr.2014 | 01:10 Uhr

Über sie wird gerade viel gesprochen: die Piloten. Denn die Piloten der Fluggesellschaft Lufthansa wollen ab heute streiken. Das heißt, sie arbeiten nicht. Bei dem Arbeitskampf geht es unter anderem um die Frage, wann ältere Piloten in den Ruhestand gehen dürfen. Die Chefs der Lufthansa finden den Streik nicht gut. Denn er kostet die Fluggesellschaft viel Geld – und viele Passagiere ärgern sich. Doch was macht ein Pilot eigentlich und was muss er können? Das erklärt Lufthansa-Pilot Markus Wahl im Kina-Interview.

Wie sieht ein Arbeitstag als Pilot oft aus?

Markus Wahl: Vor dem Abflug bespreche ich mich mit dem Kapitän des Fluges – ich bin Kopilot. Wir planen zum Beispiel, wie viel Sprit wir mitnehmen müssen. Und wir bereiten die Maschine vor. In den Bordcomputer geben wir alle Daten ein. Etwa, welche Strecke wir nehmen und wie hoch wir über den Wolken fliegen.

Und während des Fluges?

Kapitän und Kopilot wechseln sich beim Fliegen meist ab. Während der eine fliegt, hält der andere über die Funkgeräte den Kontakt zum Boden. Den Start machen die Piloten selbst – ab einer bestimmten Flughöhe übernimmt dann der Auto-Pilot. Das heißt, ein Computersystem steuert das Flugzeug. Aber wir kontrollieren das System, füttern es mit Daten und bedienen das Funkgerät. Und wenn der Computer mal ausfällt, springen wir natürlich sofort ein. Und landen tun wir auch selbst – außer es ist sehr schlechte Sicht.

Was ist das tolle an dem Beruf?

Ich mache Langstreckenflüge, fliege also Maschinen etwa nach Amerika oder China. Es ist natürlich super, in fremde Länder zu reisen. Zum Beispiel nach einem langen Flug in spannenden Städten wie New York oder Shanghai zu frühstücken ist schon toll. Oder man sieht auf dem Flug über dem Nordatlantik die Sonne aufgehen – das ist einfach herrlich!

Was nervt Sie manchmal an dem Beruf?

Ich bin oft tagelang nicht zu Hause und muss auch häufig am Wochenende arbeiten. Wenn ich bei einer Party eines Freundes drei Mal abgesagt habe, werde ich halt beim vierten Mal nicht mehr eingeladen. Das ist dann schon doof. Außerdem habe ich oft sehr lange Arbeitstage oder Nachtschichten.

Piloten verdienen ziemlich viel Geld. Warum eigentlich?Auch Busfahrer haben doch etwa einen sehr anstrengenden Job.

Das stimmt. Bei den großen Fluggesellschaften verdient man schon gut. Aber bei kleineren Firmen ist das anders. Außerdem haben wir auch viel Verantwortung für die Passagiere. Und wir haben eine lange, teure Ausbildung machen müssen. Unser Beruf kann zudem sehr gefährlich sein. Wir können halt nicht mal eben rechts ranfahren, wenn es im Cockpit ein Problem gibt.

 

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