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Kindernachrichten

18. Oktober 2017 | 08:35 Uhr

Sport : Pfeifen statt Spielen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bjarne Schnack (18) macht eine ganz besondere Fußball-Karriere: als Schiedsrichter.

shz.de von
erstellt am 20.Okt.2015 | 01:53 Uhr

Als Schiedsrichter darf Bjarne (Foto) kostenlos Bundesliga-Spiele besuchen. Das fand der Fußballfan besonders spannend, als er zwölf Jahre alt war. Damals fragte Bjarnes Verein, der TSV Kropp, die jungen Sportler, ob sie Schiedsrichter werden wollten.

Bjarne war sofort dabei. Im Winter ging er zum Lehrgang. An drei Wochenenden lernte er von erfahrenen Schiedsrichtern, wie die Regeln sind und worauf es ankommt. Und bald durfte er schon Jugendspiele pfeifen. Mit 14 Jahren machte er dann die Anwärterprüfung. „Wenn man in den Seminaren aufpasst, muss man dafür nicht mehr viel lernen“, sagt der 18-jährige Schüler. Aber man muss gut im Training sein – denn zu jedem Schiri-Test gehört auch eine Laufprüfung dazu. Er joggt und macht Krafttraining.

Zum Fußballspielen kommt Bjarne nur noch selten. Statt das Mannschaftstrikot anzuziehen, steht er in der Saison fast jedes Wochenende im dunkelblauen Dress des Unparteiischen auf dem Platz – oft in mehreren Spielen. „In die Klasse, in der ich jetzt pfeife, hätte ich es als Spieler wahrscheinlich nicht geschafft“, meint Bjarne. Er ist jetzt in Leistungsklasse 2, wird bei den Jugendlichen in der Regionalliga und bei den Herren in der Verbandsliga eingesetzt.

Das Spielen vermisst er nicht, denn auch als Schiri hat er genug Herausforderungen. „Jedes Wochenende habe ich mit 22 unterschiedlichen Leuten zu tun“, erzählt Bjarne. Er muss das ganze Spiel über konzentriert sein und Entscheidungen treffen. Und damit klarkommen, dass Spieler und Zuschauer manchmal nicht damit einverstanden sind. Dann rufen sie: „Das ist doch blöd!“ oder „Siehst du das nicht, Schiri?“. Aber auch wenn einige unzufrieden sind, hat Bjarne Spaß an seiner ehrenamtlichen Tätigkeit. „Man lacht ein bisschen, weil man weiß, dass es richtig war. Das stärkt den Charakter“, sagt er.

Damit er immer richtig entscheidet, geht auch das Lernen weiter. Etwa einmal im Monat geht er zu einem Lehrabend. Denn er will auch als Schiedsrichter weiterkommen. Dort trifft er auch viele Kollegen. „Der Teamgeist unter Schiedsrichtern ist toll.“ In jeder Saison gibt es eine Leistungsbewertung und die können eine Liga aufsteigen – oder auch absteigen.

Für Bjarne lief es bisher gut. Und er hat noch viel vor. Nach dem Abitur im nächsten Jahr beginnt er eine Ausbildung bei einer Bank. Daneben kann er seine ehrenamtliche Tätigkeit weiterführen. Und wenn es richtig gut läuft, pfeift er vielleicht irgendwann in der Bundesliga. Als Zuschauer schafft er es nur selten zu den Spielen, denn wenn die Profis spielen, steht Bjarne selbst auf dem Platz.

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