zur Navigation springen
Kindernachrichten

19. Oktober 2017 | 13:39 Uhr

Papa im Krisengebiet

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wie ist es, wenn die Eltern Soldaten sind und gefährliche Einsätze im Ausland haben? Kina-Reporter fragen nach.

shz.de von
erstellt am 08.Okt.2013 | 00:33 Uhr

Die Bundeswehr sieht ihren Einsatzbereich nicht nur in der Verteidigung Deutschlands, sondern sie hilft auch bei Katastrophen, wie zum Beispiel bei Hochwasser oder Waldbränden. Häufig übernimmt sie die Leitung bei Einsätzen des Katastrophenschutzes.

Doch nicht nur innerhalb Deutschlands gibt es Probleme. Viele Kinder haben Elternteile, die als Soldaten und Soldatinnen für etwa ein halbes Jahr im Ausland arbeiten müssen. Deutschland ist Mitglied in den Vereinten Nationen (UN) und der Nato. In diesen Organisationen wird entschieden, welche Mitgliedsstaaten wie viele Soldaten in ein Krisengebiet entsenden, unter anderem nach Afghanistan.

Die Kina-Reporter haben betroffene Jugendliche aus Kiel gefragt, wie es ist, für ein paar Monate von ihrem Vater oder ihrer Mutter getrennt zu leben. „Wir haben mitbekommen, dass es in Afghanistan oft Bombenanschläge gibt“', sagen die Brüder Martin (15) und Christian (13). Deswegen haben die beiden häufig Angst um ihren Vater, wenn dieser in Krisenländern im Einsatz ist. Die 14-jährige Sophia sagt, sie sei manchmal auch ziemlich sauer auf die Regierung gewesen, dass die ihren Vater ins Ausland geschickt habe. Letztendlich ist sie aber auch stolz, dass ihr Vater einen solchen Beruf ausübt.

Der Alltag der Kinder ändere sich für sie aber kaum, wenn der Vater im Einsatz ist. „Trotzdem muss man sich erst mal daran gewöhnen, dass einer der beiden Eltern fehlt“, sagt Martin, dessen Vater in Afghanistan war. Ein Vorteil für die beiden Brüder war es allerdings, dass sie dann länger am Computer spielen oder fernsehen konnten. Während der Weihnachtszeit ist die Sehnsucht allerdings am größten, da ein wichtiges Familienmitglied fehlt.

Bei einem Auslandseinsatz ist allen sehr wichtig, in Kontakt miteinander zu bleiben. Häufig können sich die Kinder mit ihren Eltern über E-Mail, Skype oder Telefon unterhalten. Doch manchmal ist es schwierig, sich per Internet zu verständigen, da die Verbindung nicht immer gut genug ist.

Nach so einer langen Zeit im Ausland ist dann das Wiedersehen in der Heimat etwas ganz Besonderes. Die Familie von Sophia hat zur Heimkehr des Papas das ganze Haus geschmückt. Martin und Christian fuhren bis nach Hannover, um ihren Vater direkt vom Flieger abzuholen und ihn endlich wieder in die Arme schließen zu können.

Ob sie später selbst bei der Bundeswehr arbeiten möchten? Das wissen die Kinder bislang noch nicht.



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen