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Naturfilm : Palle fragt: Warum sagt man „Dreckspatz“?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Green-Screen-Maskottchen fragt, Biologin Franziska Clauss antwortet.

Spatzen, auch Sperlinge genannt, sind gesellige Kulturfolger. So nennt man alle Tiere, die sich gut an den Menschen angepasst haben und ihm in die Städte folgen. Papageitaucher, wie du einer bist, Palle, gehören nicht dazu. Aber weil das so ist, kennen die meisten Menschen auch Spatzen.

Die Spatzen im Kino

Vom 4. bis 6. September gibt es in Eckernförde beim Filmfestival Green Screen Tier- und Naturfilme zu sehen. Dazu hat das Maskottchen Palle Fragen, die die Biologin Franziska Clauss (Foto) beantwortet.

 Im Film „Planet der Spatzen“ kann man sehen, wie die kleinen Vögel fast die ganze Welt erobert haben: Es wurden Spatzen im Zusammenleben mit Menschen in Europa, Asien und Nordafrika gefilmt  – und darunter sind nette und lustige Begegnungen.

Der Film ist auch in der sh:z-Filmtour zu sehen, die gerade durchs Land tourt. Infos zur Tour und zum Festival unter www.greenscreen-festival.de www.greenscreen-festival.de

 

Oft sind Kulturfolger recht intelligent und konnten deshalb die Vorteile der Nähe des Menschen erkennen. Auch Spatzen sind schlau – das Schimpfwort „Spatzenhirn“ ist deshalb falsch.

Bei uns kommen Haus- und Feldsperling vor. Beide sind bräunlich, der Haussperling-Mann hat einen schwarzen Wangen- und Halsfleck auf hellgrauer Brust und eine dunkelgraue Kappe. Der Feldsperling hat eine braune Kappe und Männchen und Weibchen unterscheiden sich nicht. Sie können zwar nur tschilpen, gehören aber trotzdem zu den Singvögeln. Wie alle Vögel baden Spatzen ganz gern. Aber im Gegensatz zu den meisten anderen Vögeln tun sie das auch gern in staubigem Sand oder Straßenstaub. Oft sieht man richtige kleine Kuhlen, in denen sie sich wälzen und einpudern. Das hilft ihnen, Parasiten wie Vogelflöhe zu vertreiben. Also dient auch das „Bad im Dreck“ der Reinigung! Weil das die Menschen immer schon amüsiert hat, bekam er den Namen „Dreckspatz“; das ist also eher richtig als der Begriff „Spatzenhirn“.

Spatzen brüten in Höhlen, Löchern und Spalten in Dächern und das gern gesellig. Deshalb gibt es richtige „Spatzen-Reihenhäuser“ als Nisthilfen zu kaufen! Während der Brutzeit muss es genügend Insekten in der Nähe des Spatzen-Nestes geben, denn Spatzenkinder brauchen eiweißreiche Nahrung, um groß zu werden. Erwachsene Spatzen sind Allesfresser, wobei sie aber Samen, Körner, Kräuter und Knospen am liebsten mögen. Leider können ihnen die meisten exotischen Gartenpflanzen keine Nahrung bieten. Im Winter braucht der Spatz übrigens ein Drittel mehr Futter, um seine hohe Körpertemperatur aufrechthalten zu können.

 


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erstellt am 06.Aug.2014 | 01:57 Uhr

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