zur Navigation springen
Kindernachrichten

23. Oktober 2017 | 20:00 Uhr

Technik : Olli fährt ganz allein

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ob Auto, Lastwagen, Bus oder Zug: Hersteller arbeiten an selbstfahrenden Fahrzeugen.

shz.de von
erstellt am 27.Jul.2017 | 01:17 Uhr

Einige Leute stehen an einer Bushaltestelle und warten. Dann fährt ein Bus vor. Er hält an, die Türen öffnen sich, die Leute steigen ein. Die Türen gehen zu, der Bus fährt los.

Eigentlich alles total normal – wenn der Bus von einem Busfahrer gesteuert würde. Doch das Fahrzeug, in das die Menschen eingestiegen sind, fährt von ganz allein. Im Innenraum sind weder Pedale noch ein Lenkrad zu sehen. Zielsicher und nahezu lautlos rollt der kleine Bus die Straße entlang. Er bremst bei Hindernissen und fährt weiter, wenn der Weg frei ist. Gestatten: Olli, der selbstfahrende Minibus.

Olli wird von einem Elektro-Motor angetrieben. Auf seinem Dach und in der Nähe seiner Räder ist er mit Sensoren ausgestattet. Durch die Geräte erkennt der Bus seine Umgebung. Mit seinen abgerundeten Kanten und den runden Lichtern sieht Olli richtig nett aus. Ist so ein Bus ohne Fahrer auch sicher? „Olli wird sicherer fahren, als ein Mensch das kann“, sagt Andreas Knie. Der Mann kennt sich mit der Technik aus, die irgendwann alle Fahrzeuge von selbst fahren lassen soll. „Olli besitzt einen schlauen Bordcomputer. Damit merkt er sich Strecken und Verkehrsregeln, erkennt Fahrbahn-Markierungen und Hindernisse. Wenn irgendetwas nicht stimmt, bleibt der Bus sofort stehen“, erklärt der Experte.

Ein Computer hat es nicht eilig, wird nicht müde und lässt sich auch nicht von einer Nachricht auf dem Handy ablenken. Durch seine Sensoren kann ein selbstfahrendes Fahrzeug in alle Richtungen gleichzeitig gucken. Und sehr viel schneller als ein Mensch reagieren, wenn einmal Gefahr droht.

Trotzdem fühlt es sich etwas merkwürdig an, in einem Fahrzeug zu sitzen, das wie von Geisterhand gesteuert wird. Aber in Zukunft soll es immer mehr selbstfahrende Ollis geben.

Noch ist Ollis Technik neu und hat immer wieder Probleme. „Mal schließen die Türen nicht richtig, mal werden seine Sensoren gestört. Mal weiß Olli nicht, wie er ein Hindernis umfahren soll. Der Computer muss noch lernen“, sagt Andreas Knie.

Bis überall selbstfahrende Busse auf den Straßen unterwegs sind, wird es also noch etwas dauern. Bis jetzt dreht Olli nur auf einem privaten Gelände in Berlin seine Runden. Doch bald soll er die ersten Wege auf öffentlichen Straßen meistern.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen