Schule : Noten: Wichtig oder Quatsch?

gugnga

Wenn bald die Zeugnisse in den Klassenzimmern ausgeteilt werden, liegen Freude und Trauer oft eng beieinander. Schon komisch: So viel Aufregung wegen ein paar Zahlen auf einem Papier.

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24. Januar 2018, 20:18 Uhr

Die einen freuen sich auf Einsen und Zweien. Andere haben Angst, wegen schlechter Leistungen sitzenzubleiben. In vielen Schulen gibt es bald wieder Zeugnisse. Die meisten Schüler in Deutschland werden an Noten gemessen. Doch es gibt auch Fachleute, die das nicht gut finden. Hier erfährst du mehr über die Gründe, warum Noten sinnvoll oder weniger sinnvoll sein können.

Noten sind wichtig

AUSKUNFT: Hast du eine Eins oder Zwei in einem Fach? Dann heißt das meistens, dass du den Stoff gut verstanden hast. Eine Drei oder Vier sagt bereits aus: Die Leistung könnte besser sein. „Die Schüler erfahren, wie stark sie in einem Fach sind“, sagt der Experte Olaf Köller. „Auch die Eltern wissen durch die Noten, ob ihr Kind vielleicht Nachhilfe gebrauchen kann.“

ZUKUNFT: Wenn du die nächste Klassenstufe erreichen willst, solltest du keine Fünfen und Sechsen im Zeugnis haben. Das gilt zumindest in vielen Bundesländern. Gute Noten können später auch für einen Platz an einer Universität oder in einer Firma entscheidend sein. Durch Noten lassen sich Abschlüsse miteinander vergleichen. Je besser ein Abschluss, desto größer ist oft die Chance auf eine Ausbildung.

ANSPORN: „Gute Noten sollen Schüler dazu ermuntern, auch weiterhin gut im Unterricht mitzumachen“, sagt der Experte. „Schlechte Noten können Schülerinnen und Schüler dazu bringen, künftig besser aufzupassen.“ Die Zensuren sollen dir also helfen, dich weiter im Unterricht anzustrengen. Oder noch ein bisschen mehr zu tun.

Noten sind Quatsch

WENIG AUSSAGE: Hast du schon mal eine schlechte Note bekommen? Wenn ja: Woran lag es? Hast du den Test nicht verstanden? Hattest du andere Dinge im Kopf? Für schlechte Noten gibt es viele Gründe. „Eine Note kann allenfalls zeigen, wie gut oder schlecht man eine Aufgabe lösen kann“, sagt Schulleiter Rainer Devantié. „Die Persönlichkeit eines Menschen lässt sich dadurch aber nicht beschreiben.“

ZUFALL: „Oh nein, im nächsten Jahr haben wir Herrn Müller! Der schreibt doch immer so schwere Tests...“ Vielleicht kennst du das: Manche Lehrer sind dafür bekannt, dass ihr Unterricht etwas leichter oder schwerer ist. Dann hagelt es in Mathe Vieren – obwohl die Noten im Jahr davor viel besser waren. „Eine Zahl ist schnell vergeben“, sagt Rainer Devantié. „Besser als Noten sind längere Berichte, in denen die Lehrer die Leistung ihrer Schüler beschreiben.“

DRUCK: Bedeutet eine Fünf in Mathe, dass du in dem Fach eine Niete bist? „Bei einer schlechten Note meinen die Kinder, sie seien nichts wert“, sagt der Experte. „Auf diese Weise üben Noten nur unnötigen Druck aus.“ Außerdem würden Noten nur die Besten fördern, weil diese ständig durch gute Zensuren belohnt werden. Dass das nicht gerecht ist, finden nicht nur Schüler. Auch manche Experten sehen das so.

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