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,,Nicht die Kamera macht das Bild, sondern der Fotograf“

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Affen, Flöhe, Gürteltiere und Kamele – Heidi und Hans-Jürgen Koch zeigen ihre ungewöhnlichen Tierfotos im Stadtmuseum Schleswig.

shz.de von
erstellt am 10.Okt.2013 | 00:33 Uhr

Hast du schon einmal einen Floh auf einem Seil tanzen gesehen oder ein Schaf mit leuchtend blauen Augen? Im Stadtmuseum hast du ab morgen die Gelegenheit dazu – in der Ausstellung „Koch-Work: Tiere, Fotografie für Magazine“. Fünf Kina-Reporter durften schon vorher einen Blick in die Ausstellungshalle werfen. Und sie stellten den Fotografen Heidi und Hans-Jürgen Koch jede Menge Fragen zu ihrem aufregenden Beruf.
Warum machen Sie Fotografie?
Hans-Jürgen Koch: Weil wir nicht singen oder sonstiges können... (lacht) Das ist unsere Art, uns ausdrücken zu können.

Heidi Koch: Mit der Fotografie können wir uns zwei Lebenswünsche erfüllen: Wir wollten gern reisen und wir wollten zusammen arbeiten.
Und Sie hatten mit einer Reportage über Hausmäuse Ihren Durchbruch?
Hans-Jürgen Koch: Ja, kurz nachdem wir uns selbstständig gemacht haben, hat das Magazin „Stern“ gefragt, ob wir für eine große Fotostrecke darüber fotografieren wollten. Wir haben neun Doppelseiten in der Ausgabe bekommen. Die Leser waren hin und weg. Wir haben immer mehr Anfragen bekommen. Zu der damaligen Zeit war das sehr ungewöhnlich.
Warum fotografieren Sie eher untypische Tiere?
Hans-Jürgen Koch: Wir haben eine Vorliebe für Underdogs, also für unbekannte Tiere. Nicht die, zu denen so viele Touristen in Afrika hinfahren. Man sieht auch in unserer Ausstellung diese Tiere, die vielleicht nicht so hübsch aussehen, aber vielleicht spannender zu sehen sind als die, die schon jeder kennt.

Was war das außergewöhnlichste, was Sie jemals fotografiert haben?
Heidi Koch: Außergewöhnlich war zum Beispiel die Reise zu den Braunbären in Alaska. Wir haben dort neun Wochen lang Bären mit der Kamera verfolgt. Sie sind um unser Zelt geschlichen und wir waren allein da draußen.

Hans-Jürgen Koch: Aufregend war aber auch zum Beispiel die Fotoreise zu den Gürteltieren in Texas. Das Gürteltier ist etwas ganz Besonderes, weil es ein kleines dummes Tier ist, dass sich ausbreitet und sich seinen Lebensraum verschafft. Es wird nicht sonderlich beachtet in der Welt. Es geht aber seinen eigenen Weg – und das ist auch unser Motto.
Woher nehmen Sie die Inspirationen und Ideen für ihre Fotos?
Hans-Jürgen Koch: Wir möchten Bilder zeigen, die es so noch nicht gibt. Denn nicht die Kamera macht das Bild sondern der Fotograf.
Wir haben uns auf dem Seminar auch mit Fotografie beschäftigt. Haben Sie Profi-Tipps zur Tierfotografie für uns?
Heidi und Hans-Jürgen Koch: Oft wird gesagt, dass man Geduld haben muss. Es ist aber nicht so, dass das Foto besser wird, je länger man wartet. Man muss genau wissen, wann man auf Auslöser drückt. Man muss das Licht verstehen und auch die Tiere. Tierfotografie unterscheidet sich eigentlich nicht von anderen Motiven. Wichtig ist, dass wir das Objekt, das wir fotografieren, ernst nehmen.
> www.animal-affairs.com

> www.stadtmuseum-schleswig.de


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