zur Navigation springen

Technik : Neue Motoren im Minuten-Takt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Was treibt den Lkw an? Riesige Maschinen, die zum Beispiel von Mercedes-Benz in einer riesigen Fertigungsstraße in Mannheim gebaut werden. Dort muss alles schnell gehen - aber auch perfekt sitzen. Wie das geht, erfährst du hier.

shz.de von
erstellt am 15.Okt.2013 | 00:33 Uhr

„So sieht der Anfang aus. Und so das Ende“, sagt Georg Stiller und zeigt einmal nach rechts und einmal nach links. Auf der linken Seite steht ein fertiger Motor, mit allem Drum und Dran.

Er ist so schwer wie ein Kleinwagen. Auf der anderen Seite steht – ja, was eigentlich? „Ein Kurbelgehäuse“, erklärt Georg Stiller, er arbeitet im Motorenwerk von Mercedes-Benz in Mannheim. 700 Motoren für Lastwagen werden hier an einem Tag zusammengebaut.

Mit so einem Kurbelgehäuse fange alles an. Es sei so etwas wie das Skelett des Motors. Das Kurbelgehäuse wird zuerst in einer Gießerei gegossen. „Das muss man sich vorstellen wie beim Kuchenbacken, wenn man den Teig in die Form gibt“, sagt der Fachmann. Das Gehäuse besteht aus Guss-Eisen und ist deshalb ziemlich schwer. Bevor es in die Fabrik kommt, wird es zuerst noch zerspant. Das bedeutet, es werden alle Löcher und Kanäle gebohrt.


Arbeitsstraße mit 70 Stationen

Dann kann es losgehen. Das Kurbelgehäuse beginnt seine Reise durch die sogenannte Fertigungs-Straße. Denn bevor so ein Motor fertig ist, geht er zuerst einmal durch viele Hände. Und er muss an über 70 Arbeits-Stationen vorbei. Die einzelnen Stationen sind wie an einer Perlenschnur aufgereiht. Sie reichen von einem Ende der Fabrikhalle bis zum anderen. Dann machen sie eine Kurve und auf der anderen Seite geht es wieder zurück. An jeder Station setzt ein Arbeiter ein neues Teil ein. So wächst der Motor nach und nach zusammen. Am Ende wird er aus mehreren Hundert Teilen bestehen.

Zuerst wird in den Motor die Kurbelwelle eingebaut. Sie besteht aus Stahl. Beim Einbau muss man aber aufpassen. Die Kurbelwelle ist empfindlich und darf nicht schmutzig werden. Würde sich Schmutz darin festsetzen, würde sie sich nicht mehr richtig drehen. „Dann würde die Kraft des Motors nicht mehr richtig umgesetzt“, erklärt der Fachmann. Und damit fährt der Lastwagen nicht mehr richtig.


Der Kolben ist das Herz des Motors

Kaum ist die Kurbelwelle eingebaut, muss der Motor auch schon zur nächsten Station: Dort werden die Kolben und Zylinder montiert. Sie sind so etwas wie das Herz des Motors. Denn hier wird der Kraftstoff entzündet. Das treibt den Motor überhaupt erst an.

Sind Kolben und Zylinder eingebaut, geht es auch schon wieder weiter. Es heißt, keine Zeit verlieren. Denn bis der Motor komplett fertig ist, braucht er noch viele Teile – und jede Menge Arbeits-Stationen. Leitungen müssen verlegt werden, ein Steuergerät eingebaut und die Elektronik angeschlossen werden. Eine Ölwanne muss zum Beispiel eingebaut werden und ein Kühler für die Abgase.

Ganz zum Schluss wird der Motor dann noch gereinigt und lackiert. Und dann steht er da: fertig, blitzblank und glänzend. Jetzt fehlt nur noch der passende Lastwagen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen