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Bücher : Neu in einem fremden Land

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Alle reden über Flüchtlinge – doch wie geht es ihnen eigentlich? Fünf Bilderbücher erzählen Geschichten von der Flucht.

shz.de von
erstellt am 10.Mär.2016 | 01:00 Uhr

Zurzeit kommen viele Menschen nach Deutschland, um hier Schutz zu suchen. Darunter sind auch jede Menge Kinder, die mit ihren Eltern unterwegs sind. Manche kommen aber auch allein an. In der Heimat vieler Flüchtlinge herrscht Krieg. Deshalb brechen sie dort auf. Oft müssen sie dabei alles zurücklassen – Möbel, Kleidung und Spielzeug. Wie fühlen sich Menschen in einem neuen Land? Was beschäftigt sie? Davon bekommst du einen Eindruck, wenn du diese Bücher liest:

TRAURIGES KARLINCHEN

 

Sie hat eine viel zu große Jacke an und ihr rotes Haar ist verwuschelt. Das Dorf, in dem Karlinchen gewohnt hat, brennt. Sie ist weggerannt und ganz allein. Obwohl Karlinchen nur ein Stück Brot möchte und einen Platz zum Schlafen, wird sie fortgejagt. Von der Polizei, von den Seidenschwänzen oder den Schaffraffern. Weil sie fremd und anders ist, will sich niemand um sie kümmern.

Ihre Geschichte heißt „Karlinchen – Ein Kind auf der Flucht“ und ist märchenhaft aufgeschrieben. Am Ende ist man als Leser sehr erleichtert, weil das Mädchen jemanden trifft, der ihm hilft.

Annegert Fuchshuber, „Karlinchen – Ein Kind auf der Flucht“. Ab 6 Jahren. 32 Seiten. 14,95 Euro. Verlag: Annette Betz.

NICHT OHNE MEINE KUH!

 

In „Nusret und die Kuh“ geht es um das Leben in einer neuen Heimat. In dem Buch gibt es ebenfalls viel zu gucken – aber auch zu lachen. Nusret wächst in einem Dorf bei seinen Großeltern auf. Sie haben einen Hund, zehn Hühner, drei Gänse und eine Kuh. Jeden Morgen sammelt Nusret die Hühnereier ein. Seine Eltern leben in Deutschland.

Sie möchten, dass ihr Sohn zu ihnen kommt und zur Schule geht. Doch das fällt Nusret anfangs schwer. Denn er liebt Omi, Opi, die ganzen Tiere – und er will wenigstens die Kuh mitnehmen. In der neuen Heimat lernt Nusret schreiben und kann seinen Großeltern bald Briefe schicken. Fröhliche Briefe, denn er hat schon Freunde gefunden...

Anja Tuckermann/Mehrdad Zaeri/Uli Krappen, „Nusret und die Kuh“. Ab 6 Jahren. 52 Seiten. 18 Euro. Verlag: Tulipan.

WARUM WÖRTER GLÜCKLICH MACHEN

 

Als Tsozo mit seinen Eltern in einem neuen, fremden Land ankommt, weint er erst einmal. Er will am liebsten gleich zurück nach Hause.

Am schrecklichsten ist es mit der Sprache. Die anderen Kinder verstehen ihn nicht – und Tsozo versteht sie nicht. Eines Tages traut er sich, mit Anna, Mia und Noah Fußball zu spielen. Dabei lernt er sein erstes Wort: Tor. Weitere Wörter folgen.

Das Buch „Tsozo und die fremden Wörter“ kann man als Zweitklässler schon selbst lesen. Man erkennt, dass Wörter froh machen – und sogar Leben retten können. Denn als Tsozo mit seinen Freunden einen Ausflug zu einer Burg macht, passiert etwas. Gut, dass er die neue Sprache schon etwas kennt.

Frank Kauffmann / Beate Fahrnländer, „Tsozo und die fremden Wörter“. Ab 6 Jahren. 48 Seiten. 9,95 Euro. Verlag: Orell Füssli.

WER SIND EIGENTLICH DIESE SCHLEPPER?

 

Die bekannte Kinderbuch-Autorin Kirsten Boie ist in eine Unterkunft für Flüchtlinge gegangen. Sie hat sich von den beiden Kindern Rahaf und Hassan erzählen lassen, was sie alles erlebt haben. Die Geschichte ihrer Flucht aus dem Land Syrien kannst du in „Bestimmt wird alles gut“ nachlesen.

Das Mädchen Rahaf berichtet auch von Schleppern. Das sind Leute, die Flüchtlinge bei der Flucht unterstützen – aber dafür Geld wollen. Als Rahaf und Hassan mit ihren Eltern und Geschwistern auf ein Schiff gehen, haben die Schlepper heimlich das ganze Gepäck zurückgelassen. Warum? Vermutlich, um noch mehr zahlende Leute aufs Schiff zu bekommen. Und wohl auch, um hinterher die Sachen zu verkaufen.

In Deutschland hat Rahaf Glück gehabt, weil Emma ihre Freundin geworden ist. Jetzt hofft sie, dass ihr Vater bald arbeiten darf, weil er oft so traurig ist. Unter Heimweh leiden nämlich alle. Das Buch hat viele Bilder und ist auf Arabisch und Deutsch zu lesen. Am Ende gibt es sogar einen kleinen Sprachführer: Mit dem können deutsche Kinder Arabisch und arabische Kinder Deutsch lernen.

Kirsten Boie/Jan Birck, „Bestimmt wird alles gut“. Ab 6 Jahren. 48 Seiten. 9,95 Euro. Verlag: Klett.

KLEINE WELTREISE IN BILDERN

 

In „Willkommen in Deutschland“ stellen sich Kinder aus elf Ländern vor. Sie haben ihre Heimat verlassen und leben jetzt bei uns. Sie stammen zum Beispiel aus Albanien, Griechenland und China. Nun gehen sie in Willkommens-Klassen. Dort hat ihnen eine Künstlerin die Gelegenheit gegeben, sich in Bildern vorzustellen. Die Bilder haben die Kinder selbst gemalt. Darauf sieht man, wie die Kinder heißen, wie alt sie sind, was sie vermissen oder was sie gerne essen. Dabei fällt auf: Mädchen und Jungen auf der ganzen Welt sind sich ganz schön ähnlich. Egal, welche Sprache sie sprechen und welche Hautfarbe sie haben: Alle spielen gern und lieben ihre Eltern und Geschwister.

Patricia Thoma, „Willkommen in Deutschland“. Ab 6 Jahren. 32 Seiten. 12,95 Euro. Verlag: Jacoby & Stuart.

 

 

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