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Interview : „Nasar kann das Licht anschalten“

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kina-Reporterin Viviane (11) ist ein Fan des Pferds, das im Haus lebt. Beim Kina-Seminar interviewte sie die Besitzerin Stephanie Arndt per Telefon.

shz.de von
erstellt am 25.Okt.2017 | 01:28 Uhr

Wie kommt man auf die Idee, sein Pferd mit ins Haus zu nehmen?
Da ich mit Sturm „Christian“ schon schlechte Erfahrungen gemacht hatte, war ich bei „Xaver“ vorsichtiger. Da ich keinen anderen sicheren Ort für Nasar finden konnte, ließ ich ihn ins Haus.

War Nasar eher skeptisch oder eher neugierig, als er mit ins Haus durfte?
Für ihn war es irgendwie eine Genugtuung, da er immer sehr eifersüchtig auf den Hund war, der immer mit rein durfte. Aber er war auch sehr interessiert.

Warum haben sie sich dazu entschieden, mit Nasar nach Spanien auszuwandern?
Ein Grund dafür war, dass hier immer schlechtes Wetter war. Und an schönen Tagen musste ich oft arbeiten.

Nasar ist ja nach einem Unfall verletzt. Wie kann man all die Operationen, die er jetzt schon durchstehen musste, überhaupt finanzieren?
Auf unserm Spendenkonto kamen unter anderem knapp 1300 Euro zusammen. Im Monat sind es – je nach Operationen – knapp 6000 Euro, die ich für ihn zahlen muss, und er steht schon fast fünf Monate hier. Leider dauert es noch mindestens drei Monate bis zur Entlassung. Aber um ehrlich zu sein, ich würde alles, was ich besitze, verkaufen, damit es ihm gut geht.

Wie kamen sie auf den Namen Nasar, hat er eine besondere Bedeutung für sie?
Ja, Nasar ist ja ein Arabisches Vollblut, genau genommen ein Hauspferd, ich fand aber keinen arabischen Namen, der leicht auszusprechen ist. Also überlegte ich mir: Zwei A sollen drin sein, wie bei meinem Hund Aaron, und da Nasars Mutter Natifa Al Qusar und sein Vater Nebras Al Ryaan hieß, musste der Name mit N beginnen und mit Al Qusar enden. So kam ich auf Nasar. Mit vollem Namen heißt er jetzt Nasar Al Qusar.

Hätten Sie gedacht, dass Sie und Nasar so berühmt werden?
Nein, ich hätte eher gedacht, dass ich mit meiner Arbeit und meinen Studien berühmt werde, aber Pustekuchen – da wird das Pferd vom Flur berühmt.

Kann Nasar besondere Tricks?
Er kann zum Beispiel den Lichtschalter ein- und ausschalten, das Toast aus dem Toaster holen und er guckt mir gerne über die Schulter, wenn ich am PC schreibe. Dann sieht es immer so aus, als würde er mir etwas diktieren. Das Besondere daran ist aber, dass er sich die Tricks selber beibringt, indem er sie sich bei den Menschen abguckt. Deswegen muss man sehr vorsichtig sein, was man vor Nasars Augen macht.

Was waren Ihre schönsten Momente mit Nasar?
Als Sturm Christian, den ich leider nicht für vollgenommen hatte, tobte, kämpfte ich mich zu Fuß in der dunklen Nacht durch die umgeknickten Bäume. Ich stellte mir schon vor, Nasar sei irgendwo gestürzt und verletzt, aber dann stand er mitten im Sturm und Regen vor mir.

Welche gemeinsamen Ziele haben sie noch mit Nasar?
Dass er erstmal wieder gesund wird und sich vom Krankenhaus erholt.



 

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