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Geschichte : Nackt im Wasser, aber nicht gucken!

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Früher war Baden gehen ganz anders als heute. Die Menschen hatten zum Beispiel Karren, um von niemandem gesehen zu werden.

shz.de von
erstellt am 05.Aug.2015 | 05:19 Uhr

„Steigen Sie bitte ein, junger Herr“, sagt ein Diener. Dann geht der junge Mann die Stufen zu einer Mini-Kutsche hoch und nimmt darin Platz.

Die Kutsche ist eine kleine Kabine aus Holz auf Rädern. Sie wird Badehäuschen oder Badekarre genannt. Damit geht es ins Wasser. Der Herr zieht sich in dem Häuschen aus oder um. Er steigt dann deutlich vom Strand entfernt in die Wellen.

Ungefähr so lief das Baden im Meer vor rund 200 Jahren ab. Es sorgte für große Begeisterung. Das Baden im Meer war nämlich für die Menschen damals noch etwas Neues. Davor war es völlig unüblich, im Wasser zu planschen. Es galt als unanständig und peinlich.

Die meisten Leute konnten auch gar nicht schwimmen. Aber vor etwa 200 Jahren sagten immer mehr Ärzte: Das Baden in der freien Natur ist gesund! So kam das Baden in Mode. Aber es war streng geregelt. Die Menschen achteten damals sehr darauf, nichts zu tun, was in ihren Augen irgendwie unanständig sein könnte.

Dazu gehörte: Bloß nicht zu viel nackte Haut zeigen! Dabei hielten einige Ärzte damals ausgerechnet das Nackt-Baden für besonders gesund.

Aber nackt baden, ohne sich nackt zu zeigen – wie sollte das gehen?

Die Badekarren waren die Lösung. Wenn die Menschen sich damit ins Meer ziehen ließen, konnten sie dahinter ins Wasser steigen. Die Leuten am Strand konnten sie so nicht sehen.

Das Nackt-Baden war aber nicht überall und jederzeit in Mode. Viele Badegäste nutzten die Badekarren und trotzdem trugen sie lieber Badekleidung. Und zwar ein langes Kleid oder eine Art Hosenanzug.

Nackte Beine bei einer Dame am Strand so wie heute? Das hätte früher eine große Empörung ausgelöst.

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