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Ferienschule : Nachsitzen mit Oktopus

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Lernen und neue Freunde treffen: Vier Schüler aus Heikendorf waren mit dem Kieler Geomar-Institut auf den Kapverdischen Inseln.

shz.de von
erstellt am 11.Aug.2014 | 01:43 Uhr

Wer gute Noten hat, darf in den Ferien nachsitzen. So ist es vier Schülern der Heikendorfer Heinrich-Heine-Schule ergangen. Doch Hannah, Pauline, Kay Ove und Paul mussten nicht zwei Wochen lang in dem Ort bei Kiel täglich zum Unterricht gehen. Stattdessen flogen die Elftklässler über 5000 Kilometer, um mehr über Meereswissenschaft zu erfahren und neue Freunde kennenzulernen. Ihr Ziel: Die Stadt Mindelo auf der Insel São Vicente. Sie gehört zu dem Inselstaat Kap Verde, der vor der Westküste Afrikas im Atlantischen Ozean liegt.

„Wir sind jeden Tag morgens um 9 Uhr zur Schule gegangen und haben dort Vorlesungen gehört und experimentiert. Alles auf Englisch“, erzählte Kay Ove. Der 17-Jährige interessiert sich sehr für Naturwissenschaften. Deshalb fand er es spannend, von Wissenschaftlern  wie  dem  Ehepaar Dr. Sally Soria-Dengg und Dr. Joachim Dengg mehr über das Leben im Meer zu erfahren. Die beiden Forscher arbeiten für das Kieler Geomar-Institut und haben das Projekt mitorganisiert.

Auf der Atlantikinsel trafen Kay Ove und seine Mitschüler auf 14 Gleichgesinnte. „Ich habe mich für das Projekt beworben, weil ich mich sehr für Biologie interessiere, gern neue Menschen kennenlerne, und dadurch hoffentlich auch mein Englisch verbessere“, erklärte der 16-jährige Osmar aus Mindelo. Anfangs seien die Einheimischen den Heikendorfern noch etwas zurückhaltend begegnet, erinnert sich Kay Ove. Doch das änderte sich schnell. „Wir arbeiten sehr viel. Aber wir haben auch eine Menge Spaß zusammen“, sagte Osmar.

Nach dem Unterricht sind sie gemeinsam zum Strand gegangen und haben sich gegenseitig ihre Sprachen beigebracht. So können die Heikendorfer jetzt einige Sätze Portugiesisch und Kreol, was beides auf den Kapverden gesprochen wird.

Sie haben auch eine fremde Kultur kennengelernt. „Der erste Abend war so richtig krass: Wir waren todmüde von der langen Reise und platzten mitten in ein Volksfest mit Tausenden von Menschen, die alle in Partystimmung waren“, erzählte Hannah.

Doch neben der Lebensfreude erleben sie auch ein Land, in dem es viel Armut gibt. Denn sie wohnen   mitten in der Stadt in der Nachbarschaft von teilweise sehr heruntergekommenen Häusern.

Ein wahres Paradies haben die Schüler hingegen im Meer vor der Insel gesehen. Bei einer Exkursion schnorcheln sie. „Wir haben bunte Fische gesehen, am erstaunlichsten war aber ein knallroter Oktopus, der die Farbe gewechselt hat“, sagte Kay Ove. Nachsitzen kann doch so schön sein.

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