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Aus aller Welt : Monster-feste Schulen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Plan International hilft Taifun-Opfern auf den Philippinen.

Als das „Monster“ kam, musste Angelika mit ihrer Familie fliehen. Sie verließen ihr Haus und schafften es an einen sicheren Ort. Das Monster – so nennen die Menschen auf dem Inselstaat Philippinen den Taifun Haiyan, der vor einem halben Jahr mehr als vier Millionen Menschen obdachlos machte. Ihre Häuser wurden von dem Sturm umgeweht oder von riesigen Flutwellen weggespült.

„Wir wussten gar nicht, was passiert. Es fühlte sich an wie das Ende der Welt“, sagt Angelika. Die 16-Jährige und ihre Familie hatten noch Glück. Sie überlebten. Doch ihr Haus und ihre Lebensgrundlage waren zerstört – und auch die Schulen. Angelikas Vater ist Bauer und verdiente sein Geld mit Kokospalmen. Auch die Palmen wurden ein Opfer des Sturms. Bis neue Bäume nachwachsen und die Kokosbauern wieder ernten können, dauert es aber fünf Jahre. So lange konnte die Familie aber nicht auf die nächste Ernte warten. Sie brauchten Essen und auch wieder ein Dach über dem Kopf.

So wie Angelika und ihrer Familie ging es allein auf der Insel Leyte, auf der sie leben, 12 000 Familien. Sie brauchten dringend Hilfe. Glücklicherweise gibt es Hilfsorganisationen wie Plan International, die sofort mit anpackten. Sie brachten nicht nur Lebensmittel und Zelte für die erste Hilfe mit, sondern halfen den Menschen beim Wiederaufbau ihrer Gemeinden.

Die Bauern lernten, mit neuem Saatgut Gemüse und Getreide anzubauen, das sie schneller ernten können. „Wir geben den Menschen Hilfe zur Selbsthilfe“, sagt Maike Röttger. Die Hamsburgerin ist Geschäftsführerin von Plan International Deutschland. Gerade hat sie die Insel Leyte besucht. Und sie freut sich, dass viele Familien, so wie die von Angelika, wieder ein Dach über dem Kopf haben und nicht mehr im Zelt schlafen müssen. „Der Aufbau geht schnell voran. Es gibt schon wieder fließendes Wasser und Strom und die Kinder können wieder zur Schule gehen. Darauf freuen sie sich sehr“, erzählt Maike Röttger.

Angelika kommt jetzt in die weiterführende Schule. „Ich will Lehrerin werden“, sagt sie. Vielleicht kann sie dann in einer der neuen Schulen arbeiten, die Plan International jetzt aufbaut. Sie werden mit stabilen Holz-Konstruktionen errichtet, die auch schweren Stürmen standhält. Denn das Monster wird nicht der letzte Taifun gewesen sein, der über die Philippinen fegt.

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erstellt am 09.Mai.2014 | 01:56 Uhr

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