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Menschenskinder : Mit Rainer kann Shabir wieder lachen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Junge aus Afghanistan hat auf der Flucht viel erlebt und musste vieles zurücklassen.

shz.de von
erstellt am 16.Jan.2016 | 01:10 Uhr

Shabir ist acht Jahre alt. Er kann mit seinen Augen so sehr lachen, dass man glaubt, er sei der glücklichste Junge auf der Welt.

Shabir wohnt erst seit wenigen Wochen in Unaften bei Handewitt im Kreis Schleswig-Flensburg. Er hat Glück, weil er und sein Vater noch am Leben sind. Seinen Onkel haben die Taliban in Kabul getötet. Shabir und sein Papa konnten gerade noch rechtzeitig fliehen. Doch die Mutter und die beiden Geschwister mussten in Kabul zurück bleiben.

Shabir hat Glück, weil er die Flucht überlebt hat. Durch viele Länder zu Fuß und mit einem wackeligen Schlauchboot über das Meer. Es war gefährlich, oft hatte er keine Kraft mehr, dafür aber ständig Angst und Hunger. Doch sein Vater und er schafften es bis nach Deutschland, bis ganz in den Norden. In Handewitt fanden die beiden Zuflucht.

Shabir hat Glück weil es Rainer gibt. Er und seine Frau Margrit sind Paten von der Flüchtlingshilfe in Handewitt. Die beiden sind immer für Shabir da. Sie helfen, wenn der Fernseher kaputt ist, sie bringen ihm Deutsch bei und albern mit ihm herum. „Rainer, mach nicht so ein Quatsch!“, das waren mit die ersten Worte, die Shabir auf Deutsch gelernt hat. Oft kämpfen die beiden aus Spaß. Shabir darf am Klavier spielen oder bei Margrit frische Ananas probieren. Weihnachten haben alle zusammen gefeiert.

Shabir hat Glück, denn er darf in Schafflund zur Schule gehen. In seiner Klasse sind alle sehr nett zu ihm, und er lernt schnell von seinen Mitschülern. Er muss mit seinem Vater nicht im Container oder in einer Massenunterkunft leben. Sie haben eine kleine Wohnung, gleich um die Ecke von Rainer. Shabir sagt sehr oft Danke. Er strahlt jeden an und er wirkt sehr glücklich.

Aber der Schein trügt, denn „nachts im Schlaf weint er oft und ruft nach seiner Mama“, erzählt sein Papa. Er hat sie seit einem Jahr nicht mehr gesehen und er vermisst sie schrecklich. Neulich konnte er mit ihr über das   Internet   telefonieren. „Er war sowas von aus dem Häuschen“, erzählt Rainer. „Die ganze Zeit ist er wie ein Flummi durchs Haus gehüpft und hat ganz aufgeregt erzählt.“ Sein größter Wunsch ist es, seine Mama bald wieder zu sehen. Rainer und Margit haben versprochen, alles zu tun, um Shabir und seinem Vater zu helfen.

Shabir hat großes Glück gehabt und doch hat er in seinem kurzen Leben schon mehr Schreckliches erlebt, als wir uns vorstellen   können. Deshalb ist es schön, dass es Menschen wie Rainer und Margit gibt! Sie geben ihm Hoffnung und sie geben ihm sein Lachen zurück.

Nicht nur Erwachsene können Paten sein. Wenn ihr auch einem Kind helfen wollt, das sein Zuhause verloren hat und sich hier bei uns noch fremd fühlt, dann meldet euch mit euren Eltern bei der Flüchtlingshilfe in eurem Ort und fragt nach, wie und wem ihr helfen könnt.

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