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Sport : „Mit Paddeln hat das nix zu tun“

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Was einfach aussieht, ist ziemlich kompliziert. Beim Rudern müssen Arme und Beine gut zusammenarbeiten.

Heee, dreh' dich doch mal um! Das möchte man Lilli zurufen, wenn sie auf dem Wasser vorbeidüst. Denn die 13-Jährige sitzt mit dem Rücken zur Fahrtrichtung. Bei ihrer Sportart ist das ganz normal. Lilli ist 13 Jahre alt und rudert. „Ach, Rudern, wie einfach – das denken viele Leute“, sagt das Mädchen und grinst. „Dann fahrt mal mit nem Einer-Rennboot, ohne umzukippen“, würde sie ihnen am liebsten sagen.

So ein Rennruderboot für eine Person ist unglaublich schmal und wackelig. Deshalb fahren Anfänger erst mal mit einem breiteren Boot. Außerdem werden sie an die Leine gelegt. Lilli erklärt: „Wenn man anfängt, ist das Boot mit einem Seil am Steg befestigt. Damit man es schnell heranziehen kann, falls irgendetwas ist.“ Das war bei Lilli allerdings nicht nötig. Als sie vor drei Jahren anfing, lief es gleich richtig gut. Bis dahin war sie geritten.„Allerdings nicht sonderlich gut“, gibt die 13-Jährige zu. Also hieß es von da an: keine Pferde mehr. Auch der Klavier-Unterricht wurde irgendwann neben dem Rudern zu viel.

Seit einiger Zeit trainiert Lilli viermal pro Woche. „Rudern macht mir wahnsinnig viel Spaß. Es ist so schön, draußen auf dem Wasser zu sein“, sagt sie. „Außerdem habe ich in meiner Trainings-Gruppe richtig gute Freunde gefunden.“ Die Ruderer helfen sich gegenseitig und geben sich Tipps für die richtige Technik.

Darauf achtet natürlich auch Trainerin Anita. Wenn die Mädchen und Jungen rausfahren, düst sie mit dem Motorboot nebenher. „Rudern ist längst nicht so einfach, wie es aussieht“, sagt die 35-Jährige. Von wegen sich ins Boot setzen und lospaddeln! „Mit Paddeln hat das nix zu tun.“

Lilli sitzt auf einem beweglichen Sitz. Diesen bewegt sie mit ihren Beinen vor und zurück. Gleichzeitig bewegt sie die Ruder über Wasser mit ihren Armen nach vorne. Und zieht sie dann unter Wasser wieder zurück. Teilweise rutschen die Hände dabei übereinander. Dadurch entsteht auch mal der ein oder andere Kratzer. Dazu kommen Blasen an der Hand-Innenseite. „Man sollte nicht gerade Hand-Modell werden wollen, wenn man rudert. Denn schöne Hände bekommt man davon definitiv nicht“, sagt Lilli lachend. Dann düst sie wieder übers Wasser – mit dem Rücken zur Fahrtrichtung.

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erstellt am 05.Sep.2015 | 01:57 Uhr

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