zur Navigation springen

Leute : Mit neun Jahren Bürgermeister

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Stadt-Chefs sind eigentlich ältere Menschen. Aber nicht immer. Wim Aalders setzt sich in Soltau für die Kinder ein – zusammen mit dem Oberst.

shz.de von
erstellt am 10.Apr.2014 | 04:00 Uhr

Wim Aalders ist neun Jahre alt und Bürgermeister von Soltau, eine Stadt in Niedersachsen. Also, genau genommen ist er Kinder-Bürgermeister von Soltau. Einen erwachsenen Bürgermeister hat die Stadt im Norden Deutschlands natürlich auch. Dieser fällt zusammen mit anderen Politikern in der Stadt Entscheidungen. Wim begleitet ihn manchmal zu Terminen. Er sagt ihm dann, wenn ihm etwas in der Stadt nicht gefällt.

Doch was macht ein Kinderbürgermeister genau? Wim erzählt: „Ich habe den Jahrmarkt und den Weihnachtsmarkt eröffnet.“ Bei solchen Eröffnungen muss er dann vor vielen Leuten sprechen, zum Beispiel: „Der Weihnachtsmarkt ist eröffnet!“ Meist unterhält sich der erwachsene Bürgermeister dann noch kurz mit ihm. Eigentlich macht es Wim gar nichts aus, vor anderen Leuten zu sprechen. Aber einmal war er doch verlegen: „In der Schule sollte ich mich als Kinderbürgermeister vorstellen. Da wusste ich erst mal gar nicht, was ich sagen sollte.“ Ansonsten findet Wim es klasse, dass er jetzt häufiger in der Zeitung steht. „Das passiert ja auch nicht alle Tage“, meint er. Letztens musste er sogar sein erstes Autogramm geben.

Der Neunjährige versucht, in seiner Stadt Dinge zu verbessern. Das gehöre zu seinen Aufgaben als Kinderbürgermeister, findet er. Zum Beispiel ist es auf seinem Schulweg wegen der vielen Autos schwierig, die Straße zu überqueren. Dort, wo er wohnt, steht keine Ampel und es ist kein Zebrastreifen aufgemalt. Darauf hat er den erwachsenen Bürgermeister hingewiesen. Der hat auch überlegt, was sich da machen lässt, aber bisher noch keine Lösung gefunden.

Wim findet es interessant, dass man als Bürgermeister Dinge verändern kann. Vielleicht, sagt Wim, wolle er später einmal etwas mit Politik machen. „Die Politik im Fernsehen, mit Angela Merkel, das ist nicht so mein Ding. Aber was hier in meiner Stadt passiert, das interessiert mich.“

Nicht alle Städte in Deutschland haben Kinderbürgermeister. Eine Expertin findet: „Kinder kommen oft auf richtig gute Ideen. Darum ist es wichtig, sie zu fragen. Besonders, wenn es um Spielplätze oder Schulwege geht.“

In Städten, wo die Meinung von Kindern wichtig ist, tagt dann ein Kinderparlament. Das ist eine Versammlung, in der Politik gemacht wird. Im Kinderparlament reden gleich mehrere Kinder mit, nicht nur eines wie beim Kinderbürgermeister. Die Stadt will herausfinden, was die Kinder möchten. Wenn etwa ein Gerät auf einem Spielplatz kaputt ist werden Kinder gefragt, welches neue Gerät sie stattdesen möchten.

Deine Stadt hat noch keinen Kinderbürgermeister? Dann geh doch mal zum erwachsenen Bürgermeister. Schlage ihm vor, einen Kinderbürgermeister wählen zu lassen. Erkläre ihm deine Gründe, weshalb es gut wäre. Alle Kinder deiner Stadt könnten sich an der Wahl beteiligen. Vielleicht findet er die Idee ja gut!

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen