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Mit Marienkäfern gegen Schädlinge

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kleine Tierchen statt Gift : Auf dem Hof von Gemüsebauer Jürgen Steenken wird anders gearbeitet als auf vielen anderen Höfen.

Um halb fünf am Morgen klingelt auf dem Bio-Hof in Rastede der Wecker. Jürgen Steenken muss aufstehen, Paprika, Salate und Kartoffeln in seinen Lieferwagen laden und losfahren. Er muss Kunden beliefern. Der 55-Jährige ist Biobauer, genauer gesagt: Bio-Gemüsegärtner. Auf seinen Feldern in Rastede im Bundesland Niedersachsen wachsen Lauch, Salate, Kürbisse und Kartoffeln.

In mehreren Gewächshäusern zieht er Tomaten, Gurken, Paprika und viele andere Gemüsesorten. Das Wort Bio verrät es: Die Arbeit bei Jürgen Steenken läuft anders ab als bei vielen anderen Gemüsegärtnern. Denn Betriebe, die das Wort „Bio“ tragen, müssen sich an bestimmte Regeln halten. Sie müssen bei ihrer Arbeit schonender mit der Umwelt umgehen. Chemische Spritzmittel gegen Schädlinge und Unkraut sind zum Beispiel verboten. „Am Anfang wollten wir das eigentlich nur für den eigenen Bedarf so machen“, erzählt Jürgen Steenken. „Ich kannte das noch vom Opa. Er hat auch fast ohne Hilfsmittel produziert. Und ich habe mir gesagt: Es muss doch auch heute gehen, ohne diese ganzen Hilfsstoffe gesundes Gemüse zu erzeugen.“ Nach und nach haben dann immer mehr Leute von Jürgen Steenkens Bio-Gemüse erfahren und danach gefragt. Viele Kunden schätzen es zum Beispiel, dass das Gemüse fast aus der Nachbarschaft kommt. Der Transport braucht keine langen Wege. Was auf dem Bio-Hof von Jürgen Steenken zu tun ist, hängt von der Jahreszeit ab: Im März beginnt das Team mit der Aussaat, zum Beispiel von Radieschen, und pflanzt die ersten Salate im Gewächshaus.

Die Erde hacken, Unkraut jäten und Gemüse ernten – das gehört für Jürgen Steenken und seine Mitarbeiter bis in den Herbst hinein zur täglichen Arbeit. Wenn es draußen kälter wird, plant der Biobauer, was er im nächsten Jahr anbauen will und bestellt das Saatgut, also die Samen. Chemische Spritzmittel sind in Biobetrieben verboten. Doch es gibt Nützlinge, die Jürgen Steenken bei der Arbeit helfen. Zum Beispiel Marienkäfer, die für ihr Leben gern Blattläuse fressen. „Die sammeln wir draußen ein“, berichtet der Biobauer. Dann setzt er sie auf die Paprikapflanzen in seinen Gewächshäusern. Dort machen die Käfer sich dann über die Läuse her. Das klingt sehr mühsam. „Das ist es für uns aber eigentlich nicht“, sagt Jürgen Steenken. Etwas anderes sei dagegen viel anstrengender: Unkraut jäten. Während viele Betriebe chemische Mittel gegen das Unkraut spritzen, zupft man das auf dem Bio-Hof von Jürgen Steenken von Hand. „Das macht mit am meisten Arbeit“, sagt er. Jürgen Steenken mag seinen Beruf trotzdem. Dafür nimmt er auch lange Arbeitstage in Kauf.

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erstellt am 09.Okt.2013 | 00:33 Uhr

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