zur Navigation springen

In einem anderen Land : Mit Hut zum Pferderennen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die 19-jährige Janika aus Glückstadt ist als Au-pair in Australien. Für Kina erzählt sie von ihren Erlebnissen am anderen Ende der Welt.

shz.de von
erstellt am 19.Mär.2015 | 01:54 Uhr

So etwas habe ich noch nicht erlebt: Die Pferderennen in Australien sind spannende Ereignisse. In Deutschland gibt es, glaube ich, nichts Vergleichbares. Das wichtigste Rennen im Land findet in Melbourne statt, der Stadt, in der ich als Au-pair arbeite. Es ist der Melbourne Cup Day im November. Dort laufen Vollblüter die ungewöhnlich lange Strecke von 3,2 Kilometern um die Wette.


Picknick-Decke und Snack im Gepäck

Doch es gibt noch viele weitere Rennen über das Jahr, und auch ich habe mir die Gelegenheit nicht nehmen lassen, mal dabei zu sein. Ich war gespannt auf das Rennen und das gesamte Geschehen drum herum. Alle haben sich schick gemacht und trotzdem war die Atmosphäre entspannt und lustig. Viele haben Picknick-Decken, Wein und einen kleinen Snack mitgebracht und machen es sich auf der Wiese zwischen Tribüne und Rennbahn bequem. Jeder ist gut gelaunt und bei jedem Rennen wird laut mitgefiebert und angefeuert.
Wetten, mitfiebern, Geld verlieren

Und dann das Wetten! Ich habe den Eindruck, dass die Australier es lieben, auf alles Mögliche zu wetten, aber besonders beim Pferderennen. Sogar ich habe mich dreimal getraut und mit kleinen Beträgen gewettet. Ich bleibe leider erfolglos, auch wenn es zweimal ganz schön knapp war. Jedes Mal fiebere ich ganz vorne an der Rennbahn mit. Die Pferde rasen nur wenige Meter von den Zuschauern entfernt über die Strecke. Die Rennen entscheiden sich meist erst auf den letzten Metern, und es ist oft wirklich nur ein Sieg um Haaresbreite. Manche wetten nur zum Spaß mit kleinen Beträgen. Andere wollen damit richtig Geld verdienen – und beschäftigen sich sehr mit der Rennszene. Es ist also an den Renntagen sehr viel Geld im Umlauf. Am Ende eines jeden Rennens hört man dann oft Enttäuschung und einige jubeln.
Wer ist die Schönste?

Es gibt auf dem Gelände viel zu sehen und zu entdecken. Teilweise habe ich wirklich das Gefühl, dass die Rennen selbst nur Nebensache sind – ein Radiosender hat seine Zelte auf einer nahen Wiese aufgeschlagen und sorgt für Stimmung, außerdem gibt es Stände, an denen man Essen und Getränke kaufen kann. Es gibt auch eine Modenschau, bei der die gekürt werden , die am besten gekleidet sind.
Die Schattenseiten eines unvergesslichen Tages

Auf der einen Seite hatte ich einen echt schönen und unvergesslichen Tag bei dem Rennen, auf der anderen Seite denke ich jedoch, dass es auch definitiv seine Schattenseiten hat und an Kampagnen gegen die Rennen etwas dran ist: Viele Pferde laufen zum Beispiel schon in einem Alter von zwei Jahren, und alle Pferde sind dauerhaft einem hohen Leistungsdruck ausgesetzt. Das Leben eines normalen Pferdes kennen sie gar nicht. Und auch die Unfall- und sogar Todesgefahr ist hoch. Deshalb kämpfen Tierschützer auch gegen die Rennen.

Janika ist über die Organisation AIFS (American Institute For Foreign Study Group) an die Au-pair-Stelle gelangt. Das ist eine der vielen Organisationen, die einen bei einem Aufenthalt als Au-pair unterstützen.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen