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Theater : Mit Estla in die Welt der Wikinger

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Johanna, Skadi und Dana spielen Theater auf der Freilichtbühne beim Wikingermuseum Haithabu. Am Freitag ist Premiere.

shz.de von
erstellt am 17.Jul.2017 | 01:49 Uhr

Wer ist diese Estla, fragen sich die Dorfbewohner. Warum sehen ihre Töchter so unterschiedlich aus und sind trotzdem gleich alt? Und wo ist überhaupt ihr Vater? Im Wikingerdorf Birka ist die Stimmung angespannt. Besonders den anderen Frauen ist die Fremde ein Dorn im Auge. Sie haben Angst, dass sie ihren Männern den Kopf verdreht.

Das Theaterstück „Estlas Reise" der Midgaard Skalden spielt vor über 1000 Jahren, als die Wikinger gelebt haben. Damals war ein starker Zusammenhalt in der Dorfgemeinschaft sehr wichtig. Jeder hatte seine Aufgabe und sicherte somit das Überleben der Gemeinschaft. Streit und Spannungen waren deshalb besonders schlecht. „Das Thema des Stücks ist Mobbing und Ausgrenzung. Es geht auch darum, dass Menschen unterschiedlich sind", erklärt Sünje Vahlbruch. Sie hat das Theaterstück geschrieben.

Diesen Freitag um 19 Uhr ist die Premiere auf der Freilichtbühne beim Wikingermuseum Haithabu zu sehen. Das Museum befindet sich dort, wo früher das Wikingerdorf Haithabu bei Busdorf lag. Die Zuschauer sitzen auf einer Lichtung im Wald auf Holzbänken. Das viele Grün und das Vogelgezwitscher machen die Geschichte besonders lebendig. Seit Mai schon proben die Schauspieler der Theatergruppe Midgaard Skalden regelmäßig dort. Immer mit dabei sind vier besondere Schauspieler: Die Ziegen Mondschein, Åsa, Ranvie und Lüttich. „Die gehen über Tische und Bänke", erzählt Regisseur Jörg Hamann lachend. „Aber mit Leckerlies klappt das ganz gut, sonst stehlen sie uns ja noch die Show".

Johanna Hamann, Skadi Wolf und Dana Hollstein sind zwischen zehn und 13 Jahre alt, und in diesem Theaterstück die jüngsten Schauspielerinnen. Manchmal spielen auch noch jüngere Kinder mit. „Ich bin durch meine Eltern hierher gekommen", erzählt Johanna. Sie wurde sozusagen in das Wikingertheater hineingeboren, war von Anfang an mit dabei. Skadi hat sich das Theater angesehen, und weil es ihr so sehr gefallen hat, wollte sie dort schauspielern. Und Dana ist eigentlich nur einmal für jemandem eingesprungen. Aber gehen wollte sie dann auch nicht mehr.

Die Texte zu lernen fällt den Mädchen auch trotz Schule nicht schwer. Überhaupt sind die Proben für alle Schauspieler eher wie ein großes Familientreffen. Als Stärkung bei der harten Arbeit wird auch mal Kuchen oder ein Grill mitgebracht.

Die Kostüme sehen wie die Kleider von damals aus. Es werden sogar möglichst nur Materialien verwendet, die auch die Wikinger früher zur Verfügung hatten. Zum Beispiel Leinen oder auch Wolle. So kann man sich als Zuschauer sehr gut vorstellen, wie die Wikinger lebten und aussahen. Auch die Musik, die für das Theaterstück komponiert wurde, ist etwas ganz besonderes. Man bekommt richtig Gänsehaut beim Zuhören.

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