Kultur : Mit dem Skizzenbuch unterwegs

Mit wenigen Farben im Gepäck malt der Urban Sketcher bunte Szenen.
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Mit wenigen Farben im Gepäck malt der Urban Sketcher bunte Szenen.

Sven Swora ist ein Urban Sketcher. Er malt, was er gerade sieht in seiner Stadt. Das kannst du auch, ob auf dem Schulhof oder auf dem Sportplatz.

shz.de von
25. November 2013, 18:14 Uhr

Sven Swora sitzt in einem Straßencafé und beobachtet, was um ihn herum zu sehen ist: Menschen, die an ihm vorbeilaufen, parkende Autos und ein großer Baum am Straßenrand. Immer wieder senkt er den Blick und malt mit einem Pinsel in ein kleines schwarzes Buch.

Sven Swora zeichnet, was er interessant findet. „Das ist ganz spontan und ohne viel zu überlegen. Einfach losmalen“, sagt er. Dabei entstehen kleine Bilder. Sven Swora ist ein Urban Sketcher (gesprochen: örbän skätscha). Das ist Englisch und bedeutet in etwa: Städte-Zeichner.

Urban Sketcher gibt es in vielen Ländern. Viele machen über das Internet Treffpunkte aus, um gemeinsam in der Stadt zu zeichnen. „In Berlin treffen wir uns regelmäßig etwa zwei- bis dreimal im Monat“, sagt Sven Swora. Oft kommen 10 bis 15 Urban Sketcher zusammen. Heute hat Sven Swora sich mit einem Freund getroffen, der das gleiche Hobby hat. Die beiden sitzen nebeneinander und zeichnen zusammen. Vor den beiden auf dem Tisch stehen Aquarell-Farben, ein Glas mit Wasser und ein Set mit Pinseln in unterschiedlichen Größen. „Ganz wichtig ist, dass alles, was ich zum Zeichnen brauche, in meine Tasche passt“, sagt Omar Traverso. Er ist der Freund von Sven Swora.

„Ich habe mein Skizzenbuch immer und überall dabei. Damit ich es jederzeit herausholen kann, wenn ich zwischendurch etwas Zeit habe und etwas Interessantes entdecke. Das ist wie eine Art Tagebuch für mich.“ Und er erklärt: „Wir zeichnen keine Fantasie-Bilder, sondern nur das, was wir um uns herum beobachten. Dabei lernt man auch, genau hinzuschauen.“

Und wie reagieren die Leute, wenn sie merken, dass sie beobachtet und gemalt werden? „Viele bemerken gar nicht, dass sie gezeichnet werden“, sagt Omar Traverso. „Ich achte allerdings auch darauf, dass ich den Leuten nicht allzu sehr auf die Pelle rücke.“ Zudem erkennt man die Gesichter der Leute auf den Skizzen nicht. Denn Urban Sketcher zeichnen keine Porträtbilder, sondern nur grobe Umrisse.

Sven Swora und Omar Traverso schauen beim Malen immer wieder von ihrem Skizzenblock auf und hin zur Straße und wieder zum Block. Jeder Baum und jeder Fahrradfahrer werden erfasst. Die Pinsel sausen übers Papier und zurück in die Kästen mit Farbe. So entstehen kleine bunte Kunstwerke, die den Moment im Straßencafé auf Papier festhalten. Wie eine Seite in einem Tagebuch.

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