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Kindernachrichten

20. August 2017 | 19:35 Uhr

Mit dem Beamer zu Onkel Mike

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

„Sputnik“ heißt ein neuer, lustiger Kinderfilm. Er spielt zu der Zeit, als eine Grenze Deutschland teilte – und auch Familien trennte.

Friederike (Rieke) und ihre Freunde Fabian und Jonathan werkeln im Oktober 1989 mit Onkel Mike am Nachbau des Sputnik. Das war der erste sowjetische Satellit. Doch plötzlich muss Onkel Mike von einem auf den anderen Tag seine Heimat verlassen. So beginnt der Film „Sputnik“, den du ab Donnerstag im Kino sehen kannst. Onkel Mike hat nämlich einen Ausreiseantrag gestellt – und da war mit dem Staat DDR, in dem die Geschichte spielt, nicht zu spaßen.

Für Rieke kommt das gar nicht in Frage, denn Mike ist ihr „Captain“, mit dem sie immer die Serie „Raumschiff Interspace“ aus dem verbotenen Westfernsehen nachspielt – und der darf doch seine Mannschaft nicht verlassen! Und so beschließt der Rest der Crew im Dorf Malchow in Brandenburg, eine Beam-Maschine zu bauen, um Onkel Mike zurück in den Osten zu beamen.

Sie starten ihr Experiment am 9. November 1989 – doch es geht schief und plötzlich sind stattdessen alle Dorfbewohner im Westen – außer den Kindern. Sind Friederike, Fabian und Jonathan jetzt etwa die letzten Menschen auf der Welt? Erst im Fernsehen sehen sie, dass nun die Dorfbewohner verzweifelt versuchen, über die Mauer zurück in den Osten zu klettern. Ob die Kinder es wohl schaffen, das Geschehene wieder rückgängig zu machen?


Deutschland mal zwei – wie war das?


Dieses tolle Abenteuer, das in den letzten Tagen von einem zweigeteilten Deutschland spielt, ist ein guter Anlass, einmal deine Eltern zu fragen, wie sie diese Zeit mit den zwei deutschen Staaten erinnern – man nannte sie im Übrigen auch die Zeit des „Kalten Krieges“.

Der Hintergrund des Films ist ernst: Von 1946 bis 1990 war Deutschland in zwei Staaten unterteilt, nämlich in die BRD (Bundesrepublik Deutschland) im Westen und die DDR (Deutsche Demokratische Republik) im Osten. Denn nach dem Zweiten Weltkrieg von 1939-1945 hatten die Siegermächte des Krieges das Land so geteilt. Die Grenze lief von Bayern bis an die Ostsee mit einer breiten Sperrzone. Und mitten in der DDR lag Berlin als geteilte Stadt – der Westteil gehörte zur BRD und der Ostteil zur DDR, die 1961 eine Mauer durch die Stadt baute, damit die Bürger nicht mehr so leicht die Grenze überqueren konnten.

Die Menschen in beiden Staaten hatten kaum Kontakt zueinander. Aus der DDR durften sie nicht in den Westen, und wer aus der BRD in den Osten reisen wollte, musste vorher einen Reiseantrag stellen. Es war also sehr schwer, Verwandte und Freunde zu sehen – und miteinander zu telefonieren war lange Zeit untersagt. Wer mit dem sozialistischen System in der DDR nicht zurechtkam, versuchte meist, über die Grenze zu fliehen. Das war sehr gefährlich und endete für einige sogar tödlich. Ausreiseanträge wie der von Onkel Mike wurden, wenn überhaupt, oft erst nach Jahren bewilligt. Und dann musste alles ganz schnell gehen. Erst, als am 9. November 1989 die Regierung der DDR ihre Grenzen öffnete, war es wieder möglich, frei vom Osten in den Westen und zurück zu reisen – ganz ohne Beamer.


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erstellt am 19.Okt.2013 | 00:33 Uhr

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