Ausstellung : Mit 500 Löffeln an Bord in den Krieg

Nele und Thale testen die Hedvig-Sofia-Ausstellung. Sie bekommen ein Tablet, mit dem sie an jeder Station kurze Texte aufrufen können und das Entdeckerbuch, das Kinder mit Rätseln durch die Ausstellung begleitet.
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Nele und Thale testen die Hedvig-Sofia-Ausstellung. Sie bekommen ein Tablet, mit dem sie an jeder Station kurze Texte aufrufen können und das Entdeckerbuch, das Kinder mit Rätseln durch die Ausstellung begleitet.

Forscher fanden das Wrack des Schwedischen Kriegsschiffes Hedvig Sofia in der Kieler Bucht – nun gibt es eine Ausstellung auf Schloss Gottorf dazu.

shz.de von
04. Juli 2015, 01:32 Uhr

Es geht um Herrscher und Prinzessinnen, Seehelden und Segelschiffe, aber auch um die unbekannten Schätze in der Ostsee und die Forschung unter Wasser. Darüber erfahrt ihr alles in der Ausstellung „Von Degen, Segeln und Kanonen- Der Untergang der Prinzessin Hedvig Sofia“, die ihr auf Schloss Gottorf besuchen könnt.

Wenn du in die Ausstellung kommst, solltest du auf keinen Fall die lange Tafel mit den 500 Löffeln verpassen. Dadurch kann man sich besser vorstellen wie viele Menschen an Bord des schwedischen Kriegsschiffes gegessen haben. Doch es waren gefährliche Zeiten, in denen im Krieg viele „den Löffel abgeben“ mussten. Das soll diese Tafel zeigen. Zehn der Löffel in der Ausstellung sind Orginale aus der Zeit um 1600, die anderen wurden von Menschen aus Schweden, Norwegen, Dänemark und Schleswig–Holstein abgegeben – also gespendet.

Das Schiff, die Hedvig Sofia, auf dem die 500 Seeleute lebten, wurde schon 1692 gebaut und zuerst als Linienschiff eingesetzt. Der Name stammt von der Prinzessin Hedvig Sofia, die auf Schloss Gottorf lebte. Ihr Vater, der schwedische König Karl der XI. ließ das Schiff bauen und benannte es nach ihr. Kaum ein Schiff war mächtiger in der Zeit des Großen Nordischen Krieges der von 1700 bis 1721 zwischen Schweden und Dänemark ausgetragen wurde. Beide Länder wollten die Macht über den Ostseeraum, doch im Jahr 1715 – also genau vor 300 Jahren sank das Schiff in einer Schlacht bei Kiel und liegt dort noch heute. 2008 entdeckten Taucher das Wrack des Schiffes und somit können wir mehr über die Zeit, das Schiff und das Leben an Bord lernen.

Um für Abschreckung zu sorgen und um Kampfwillen zu zeigen, hatte das Schiff insgesamt 76 kleine und große Kanonen an Bord, davon sieht man einige in der Ausstellung.

Die Prinzessin Hedvig Sofia, um die es auch in der Ausstellung geht, wurde am 26. Juni 1681 geboren und heiratete mit nur 17 Jahren ihren Mann Herzog Friedrich IV. von Schleswig-Holstein-Gottorf. Sie lebten nur ein Jahr zusammen auf Schloss Gottorf, bis 1700 der Große Nordische Krieg ausbrach und Friedrich für Schweden in den Krieg zog. 1702 starb er im Krieg und lernte somit nie seinen einzigen Sohn Karl Friedrich kennen. Mit nur 28 Jahren starb auch Hedvig Sofia an Pocken.

Eins ihrer Kleider, imposante Bilder von Familienangehörigen und vieles, vieles mehr gibt es zu sehen. Es wird auch nicht langweilig, denn man kann sich dazu einen Film anschauen, sich Tablets ausleihen um die Ausstellung zu erkunden und in einem 3D-Simulator selber das Schiff „Vrouw Maria“ wie ein Taucher untersuchen.

Wir fanden die Ausstellung interessant und beeindruckend, dass es schon so große Schiffe zu der Zeit gab. Wir empfehlen die Ausstellung jeder Familie die Kinder ab acht Jahren hat.

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