Sport : Michael ist im Handball-Internat

Das Handball-Internat in Flensburg ist ganz neu. Vieles ist noch im Bau, als Michael Nicolaisen (rechts) den Kina-Reporter Niklas Freese zum Interview trifft.
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Das Handball-Internat in Flensburg ist ganz neu. Vieles ist noch im Bau, als Michael Nicolaisen (rechts) den Kina-Reporter Niklas Freese zum Interview trifft.

Er geht noch zur Schule und ist schon Profi – so beginnt eine Karriere.

shz.de von
20. Januar 2015, 01:23 Uhr

Michael Nicolaisen ist 19 Jahre alt und hat ein Ziel: Er will einmal in die deutsche Handball-Nationalmannschaft. Dann kann er, wie seine Vorbilder es gerade tun, bei Weltmeisterschaften um Siege kämpfen. Die Deutschen sind bei der WM im Wüstenstaat Katar bisher sehr erfolgreich: Zwei Spiele haben sie hinter sich – und zweimal gesiegt.

Doch auch Michael Nicolaisen gehört zu den Besten seines Sports. Mit 15 Jahren ging er deshalb aus seiner Heimatstadt Husum weg ins Handball-Internat der SG Handewitt in Flensburg. Und seit einem Jahr hat er einen Profi-Vertrag und spielt für die SG in der Bundesliga. Wenn es sein Trainingsplan zulässt, schaut Michael sich die WM-Spiele im Fernsehen an – auch heute, wenn es gegen Dänemark geht.

Im Interview mit Kina-Reporter Niklas (13) verrät er, wer sein Favorit bei der WM ist – und wie er die deutsche Mannschaft einschätzt.

Wie bist du zum Handball gekommen?
Meine Klassenkameraden in der dritten Klasse meinten, dass ich mal zum Handballtraining mitkommen soll. Daraufhin bin ich erst zur Handball AG an unserer Schule gegangen. Eigentlich war früher immer Fußball mein Sport, und meine Eltern spielen beide auch keinen Handball. Sie haben mich aber immer unterstüzt.
Ist dir die Entscheidung, ins Internat zu gehen, schwer gefallen?
Für mich persönlich war es eigentlich eine klare Entscheidung, weil mir schon früh klar war, dass der Weg ins Internat der nächste Schritt sein musste, weil ich ja ein Jahr zwischen Husum und Flensburg zwischengefahren bin.
War es dein Kindheitstraum, Handballprofi zu werden?
Meine Eltern und ich haben, glaube ich, damit am wenigsten gerechnet, weil wir uns nicht so gut im Handball auskannten.
Findest du es gut, dass die jetzige WM in Katar ist?
Ich durfte letztes Jahr mit der SG nach Katar fliegen, und daher muss ich sagen, dass Katar echt ein interessantes Land ist. Katar ist außerdem echt schön.
Willst du auch mal in die Nationalmannschaft kommen oder ist das nicht so dein Ding?
Also, ich würde nicht nein sagen. Ich denke, wenn man so weit gekommen ist wie ich, will man auch für die Nationalmannschaft spielen.
Was war das für ein Gefühl, als du dein erstes Tor für die erste der SG geworfen hast?
Das war so ein geiles Gefühl, das kann man eigentlich gar nicht beschreiben, weil man ja viel zum Training geht – und dann kommt sowas als Belohnung raus. Das ist echt Wahnsinn.
Wer ist dein Favorit für diese WM?
Ich glaube, dass die Franzosen das Rennen machen.
Glaubst du, dass Deutschland in der WM eine entscheidende Rolle spielen kann?
Also ich denke, dass sie eine entscheidende Rolle spielen können, weil sie ja auch Nachrücker sind und keiner mit ihnen rechnet. Und wenn sie dann überraschend gegen ein sehr gutes Team gewinnen, können sie wieder ins Gespräch kommen, obwohl sie sich ja eigentlich gar nicht qualifiziert haben.
Wie wirst du die WM verfolgen?
Ich gucke sie mit Freunden, wenn das sich nicht mit meinem Training überschneidet.
Wie sieht deine Zukunft aus?
Erstmal muss ich jetzt meine Schule zu Ende machen und für das nächste Jahr habe ich eigentlich noch nicht so wirklich Pläne. Was ich ausschließen kann ist, dass ich eine Ausbildung mache, wegen der ich mit dem Handball kürzer treten müsste. Ich bin jetzt schon so weit gekommen und das will ich jetzt nicht aufgeben.



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