Tiere : Mehr Schutz für Versuchskaninchen

Labortiere leidenunnötig, dass finden viele Menschen. Deshalb gehen sie immer wieder auf die Straßen. Fotos: dpa
1 von 3
Labortiere leidenunnötig, dass finden viele Menschen. Deshalb gehen sie immer wieder auf die Straßen. Fotos: dpa

Tierversuche sind umstritten: Jetzt suchen Wissenschaftler Wege, damit es den Tieren in den Laboren besser geht.

shz.de von
25. November 2013, 00:33 Uhr

Medikamente, die bei schlimmen Krankheiten helfen – die findet natürlich jeder gut. Doch sie sind ein Grund dafür, dass es Tierversuche gibt. Dabei testen Wissenschaftler in Laboren etwa die Medizin. Für die Tiere ist das oft qualvoll und viele sterben auch.

„Die Tierversuche sind natürlich nicht schön“, sagt der Forscher Gilbert Schönfelder. „Aber es geht um den Schutz der Menschen.“ Tierversuche seien oft notwendig. In den Gesetzen und Richtlinien in Deutschland sind sie für viele Dinge vorgeschrieben. Die Forscher müssten zum Beispiel bei neuen Medikamenten erst überprüfen, ob sie wirklich mehr nutzen als schaden. Ein Mittel gegen Herz-Beschwerden soll zum Beispiel möglichst kein Bauchweh machen.

Gegner von Tierversuchen aber sagen: Die Tiere leiden bei den Versuchen. Auch deswegen müssen Tierversuche verboten werden. Auch Forscher sind mit Tierversuchen oft nicht glücklich. Die Aufgabe von Gilbert Schönfelder ist deshalb, nach Möglichkeiten zu suchen, wie man Tierversuche vermeiden kann.

Eine Idee: Körperzellen. Der Mensch besteht aus unzähligen dieser kleinen Bausteine. In jedem Organ gibt es unterschiedliche Typen von Zellen. „Manche dieser Zellen kann man inzwischen gut im Labor züchten. Zum Beispiel solche, die in unseren Blutgefäßen enthalten sind“, sagt Gilbert Schönfelder. An diesen Zellen könnten Medikamente vielleicht ebenso getestet werden.

Gilbert Schönfelder will mit seinen Kollegen viel darüber herausfinden, wie Chemikalien genau wirken. Dann möchte er neue Methoden entwickeln, um diese Chemikalien ohne Tierversuche zu testen. „Es gibt gute Ideen, Tierversuche zu ersetzen. Aber es wird leider noch viele Jahre dauern, bis wir ganz ohne Tierversuche auskommen“, sagt er.

Daher wollen die Forscher dafür sorgen, dass es den Tieren in den Laboren besser geht. Das erklärt der Fachmann an Kaninchen. Von den Tieren weiß man, dass sie in der freien Natur nie humpeln würden. Selbst wenn sie noch so sehr Schmerzen haben. Der Grund: „Sie wollen Feinden keine Schwäche zeigen“, sagt Gilbert Schönfelder. „Wir können uns also bei Labor-Tieren nie sicher sein, ob sie sich wirklich wohlfühlen, solange ein Mensch im Raum ist.“

Die Idee ist deswegen: Die Tiere mit Videokameras zu überwachen. „Das ist aber sehr viel Aufwand. Man müsste für viele Tiere viele Kameras und auch ganz viele Menschen haben, die die Tiere die ganze Zeit überwachen. Das geht ja nicht“, sagt Gilbert Schönfelder.

Deshalb entwickeln Forscher Computerprogramme, die an die Kameras angeschlossen werden. Diese sollen erkennen, wenn sich ein Kaninchen plötzlich komisch bewegt. Das könnte zum Beispiel der Fall sein, wenn das Tier ein Medikament nicht gut verträgt. Oder auch, wenn es sich versehentlich verletzt hat. Dann würde der Computer Alarm geben. Ein Tierpfleger oder Tierarzt würde dann nachsehen, wie es dem Kaninchen geht.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen