Wissen und Technik : Lütte Ingenieure bauen einen Hexacopter

Stolz auf ihre selbst gebaute Drohne mit sechs Propellern: Lasse, Valentin, Henryk, Tobias, Jakob und Paul mit Lehrer Ratje Reimers im Hintergrund. Auf dem Foto fehlt Alexander.
Stolz auf ihre selbst gebaute Drohne mit sechs Propellern: Lasse, Valentin, Henryk, Tobias, Jakob und Paul mit Lehrer Ratje Reimers im Hintergrund. Auf dem Foto fehlt Alexander.

shz.de von
02. Juli 2015, 01:24 Uhr

Sie sirrt und ihre Propeller schwirren rasend schnell: Die Drohne mit den sechs Armen macht ordentlich Wind, wenn ihr Motor läuft. Ein bisschen wirkt sie wie ein zu groß geratenes Insekt, besteht dabei aber nur aus Technik. In der Fachsprache nennt sich das, was die „kleinen Ingenieure“ aus Neumünster da konstruiert haben, „Hexacopter“. Es kann abheben und fünfzehn Minuten in der Luft schweben. Es kann bis zu eineinhalb Kilogramm schwere Gegenstände transportieren und hat am „Bauch“ eine Kamera installiert, die aus der Luft filmen und fotografieren kann – etwa den Schulhof der Immanuel Kant Schule.

Mit der Entwicklung und dem Bau dieser Drohne haben sich sieben Immanuel-Kant-Schüler zwischen elf und 16 Jahren fast ein Jahr lang beschäftigt – im Rahmen des Projekts „LüttIng – Schüler-Technik-Akademien“. Gestern wurden sie neben sieben anderen Schulgruppen aus dem ganzen Land in Kiel von Schulministerin Britta Ernst für ihre Teilnahme ausgezeichnet.

Was hat daran eigentlich Spaß gemacht? „Wir können jetzt Drohnen fliegen lassen, haben Programmiersprache gelernt, kennen uns mit Regelkreisen aus und können Baupläne lesen“, erzählt Zehntklässler Jakob Jacobsen. Sein Mitschüler Tobias Krahe aus der siebten Klasse ist auch begeistert: „Es macht extrem Spaß, das alles zu verstehen“, sagt er. Mit „LüttIng“ wollen das Land Schleswig-Holstein und die Wirtschaft Schüler für naturwissenschaftliche Fächer und Technik begeistern. Gleichzeitig hoffen sie durch solche Programme, Talente zu entdecken und zu fördern, in denen die Ingenieure oder Programmierer von Morgen schlummern. Bis zu 5000 Euro gab es für jede Schule, finanziert vom Arbeitgeberverband Nordmetall, dem Schul-Ministerium und der Petersen-Stiftung. Die Neumünsteraner Schüler haben 2300 Euro erhalten – und das Geld auch fast komplett in den „Hexacopter“ gesteckt. Denn das leichte Material – Kohlefaser – und die Kamera-Ausstattung waren nicht billig.

Wie bunt die Welt der Technik ist, zeigten die Schulgruppen mit ihren Projekten. Darunter war das Reparieren eines alten Autos – eines „Oldtimers“, der Bau einer solarbetriebenen Musikanlage mit Videoüberwachung für die Schule oder ein Lernspielautomat, in dem ein animierter Pinguin eine Rolle spielt und auch Fragen stellt.

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