Politik : Leit-Zinsen: Die einen freuen sich, die anderen ärgern sich

Die Europäische Zentralbank passt in den Ländern, in denen mit dem Euro bezahlt wird, auf das Geld auf.
Die Europäische Zentralbank passt in den Ländern, in denen mit dem Euro bezahlt wird, auf das Geld auf.

shz.de von
06. Juni 2014, 00:20 Uhr

Ein Wort geisterte gestern durch die Nachrichten: Leit-Zinsen. Denn zu dem Thema gab es neue Informationen. Auf die Infos hatten viele Leute gespannt gewartet. Warum die Leit-Zinsen wichtig sind, erfährst du hier.

Die Infos über die Leit-Zinsen hat die EZB verkündet. Die drei Buchstaben stehen für die Europäische Zentralbank. Sie passt in den Ländern, in denen mit dem Euro bezahlt wird, auf das Geld auf. Und: „Die EZB ist die Bank, die die anderen Banken mit Geld versorgt“, erklärt Experte Ansgar Belke.

Hier kommen auch die Leit-Zinsen ins Spiel. Denn es geht bei ihnen ums Leihen. „Banken können sich bei der EZB Geld leihen“, sagt Fachmann Philipp König. „Das Geld bekommen sie aber nicht einfach so. Sie müssen dafür Zinsen bezahlen. Die Zinsen sind der Preis fürs Ausleihen.“

Gestern verkündete die EZB: Die Leit-Zinsen sinken. Das bedeutet: Die Banken müssen weniger fürs Leihen bezahlen als davor. „Die Leit-Zinsen sind also wichtig. Denn sie beeinflussen auch andere Zinsen. Etwa die Zinsen der Banken. Denn auch die verleihen Geld“, sagt Philipp König.

Stellen wir uns vor, ein Elternpaar möchte eine Wohnung kaufen. Es geht zur Bank und leiht sich dafür Geld. Weil vielleicht auch die Bank ihre Zinsen gesenkt hat, muss das Paar weniger Geld fürs Leihen zahlen als zuvor. Für viele Leute, die Geld leihen möchten, war die Info mit dem Senken der Leit-Zinsen also ein Grund zur Freude.

Andere Menschen dagegen ärgern sich eher. Es sind Leute, die Geld gespart haben und es gern zur Bank bringen möchten. Dafür, dass sie der Bank einige Zeit ihr Geld zur Verfügung stellen, bekommen sie Geld. Doch weil auch diese Zinsen wohl sinken, bekommen die Leute weniger Geld. Es lohnt sich für Sparer also weniger, ihr Geld zur Bank zu bringen. Und so waren die Infos von gestern für die einen ein Grund zu jubeln – und für die anderen einer, sich zu ärgern.

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