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Kunst : Lego, Herzen und ein Regenbogen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Grenze im Norden von Schleswig-Holstein trennt und verbindet Deutschland und Dänemark. Das zeigen die Bilder einer Ausstellung.

shz.de von
erstellt am 11.Mai.2017 | 01:23 Uhr

Ein Legomann vor zwei Flaggen, das ist für Felix (8) das Bild von der Gegend, in der er lebt, in Flensburg, nah an der Grenze zu Dänemark. „Lego ist ja eine dänische Erfindung, aber deutsche Kinder spielen damit auch sehr gern“, erklärt Drittklässler von der Flensburger Waldschule. Sein Legomann-Bild gehört zu einer Ausstellung, in der Erwachsene und Kinder Kunst zeigen, die sich mit der Grenze zwischen Deutschland und Dänemark beschäftigt.

Felix’ Mitschülerin Hatice hat die dänische Königen Margarethe gemalt, „weil ich vorher nicht wusste, dass es in Dänemark eine Königin gibt“. In Tuanas Bild trifft der dänische Hot Dog auf die deutsche Currywurst, neben einem Zelt mit dänischer Flagge, weil sie schon in Dänemark campen war. Schleswig-Holsteiner besuchen oft Dänemark. Und viele Dänen kommen nach Deutschland. Künstler auf beiden Seiten haben einen gemeinsamen Verein, den Flensborg Fjords Kunst & Kulturforening FFKK, der auch die Ausstellung organisiert hat. Sie wandert hin und her über die Grenze und ist jetzt bis 28. Mai im Kulturturm in Flensburg zu sehen.

Dort schauen sich die Schüler, die mitgemacht haben, die Bilder jetzt an. Die vier Schulen wurden sorgfältig ausgewählt – zwei von jeder Seite der Grenze. Das sind die ganz normalen Staatsschulen, die deutsche Waldschule und die dänische Rinkenæs Skole, und zwei Minderheitenschulen, die so typisch für die Grenzregion sind. Denn eigentlich ist die Grenze viel fließender, als die Landkarte es vermuten lässt. Im Süden Dänemarks gibt es Menschen, die Deutsch sprechen und ihre eigenen Schulen haben, wie die Deutsche Schule Pattburg. Und im Norden Schleswig-Holsteins gibt es Menschen, die Dänisch sprechen und ihre eigenen Schulen haben.

Zu so einer Schule gehen Jolin, Lina und Gianni, zur Kobbermølle Skole in Harrislee. Sie können sich problemlos mit den Waldschülern unterhalten, denn sie sind zweisprachig. Für Jolin ist das auch ihr Grenzthema: Auf ihrem Bild denken zwei Mädchen darüber nach, ob die jeweils andere wohl die eigene Sprache spricht. „Vielleicht wollen die beiden spielen. Da ist es gut, wenn man sich versteht“, sagt die Elfjährige. Ihre Klassenkameradin Lina hat eine Grenze mit Herzen und Regenbogen gemalt. Ihr Bild soll zeigen, dass die beiden Länder sich gut verstehen. Und für Gianni ist das Bild der Grenze eine Brücke, über die er schon oft gegangen ist, am Grenzübergang Schusterkate. Dort spazieren die Menschen einfach hinüber, ohne sich groß Gedanken zu machen über die Grenze.

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