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Wissenschaft : Lebenswelten in den Tiefen des Meeres

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Forschungs-Taucher sehen bei ihrer Arbeit Riesentiere hautnah

shz.de von
erstellt am 04.Okt.2015 | 14:47 Uhr

Drei Forscher im Taucheranzug, mitten im eisigen Meer in der Nähe des Nordpols und plötzlich schwimmt ein Walross vorbei. Markus Brand hat so etwas schon erlebt. Er ist 29 Jahre alt und Forschungs-Taucher. Er arbeitet in einem Institut auf der Insel Helgoland in der Nordsee. Er war schon häufiger im Polarmeer, in den Fjorden vor Norwegen und in der Nordsee unterwegs.

Als Forschungs-Taucher will er herausfinden, was sich unter Wasser abspielt. Markus Brand erforscht zum Beispiel, welche Tiere und Pflanzen in bestimmten Gebieten leben. Wie sich ihre Zahl verändert und wie sie auf bestimmte Einflüsse reagieren. „Unsere Arbeitsgruppe untersucht zurzeit zum Beispiel, wie eine Gemeinschaft von Fischen darauf reagiert, wenn Betonpfeiler im Meer aufgestellt werden“, sagt Markus Brand. „Das wird etwa zum Schutz vor Sturmfluten öfter gemacht. Und wir wollten wissen, wie sich das auf die Tiere auswirkt.“ Die Forscher fahren deshalb immer wieder auf das Meer, tauchen ab – und zählen eine bestimmte Sorte von Fischen an speziell dafür aufgestellten Betonpfeilern. „Das Interessante ist, dass sehr viele Fische scheinbar zu den Betonpfeilern gezogen sind. Er vermutet, dass die Pfeiler den Fischen besseren Schutz vor Strömung und vor größeren Raubfischen bieten.

Ist Markus Brand in der kalten Arktis unterwegs, kann er bei seiner Arbeit schon mal Tieren wie dem Walross begegnen. „Walrösser haben keine Angst vor Menschen“, sagt Markus Brand. „Sie kommen daher ziemlich nahe heran.“ Richtig brenzlig wurde es für ihn aber noch nie, erzählt er. Walrösser sind nicht unbedingt gefährlich, aber ziemlich groß und schwer. „Da ist man schon etwas eingeschüchtert, wenn man selbst im Wasser ist.“ Markus Brand und seine Kollegen haben daher beim Tauchen immer eine Wache dabei. Ein Kollege hält nach größeren Tieren wie Walrössern oder auch Eisbären Ausschau. „Wenn diese Tiere auftauchen und wir merken, dass wir sie stören, ziehen wir uns immer zurück und lassen sie in Ruhe“, sagt der Wissenschaftler. Die Tiere haben immer Vorrang, findet der Forscher. Sie leben schließlich dort. „Wir nehmen darauf Rücksicht“, sagt Markus Brand.

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