Gesellschaft : Leas Wunsch: Ein guter Job für Mama

Eis, Taschengeld, Kino? Das können sich arme Menschen oft nicht leisten.
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Eis, Taschengeld, Kino? Das können sich arme Menschen oft nicht leisten.

Was es bedeutet, wenn jeden Tag das Geld knapp ist, erzählen zwei Kinder im Kina-Interview.

shz.de von
14. Januar 2014, 16:25 Uhr

In Deutschland gibt es viele Familien, die mit sehr wenig Geld auskommen müssen. Das Deutsche Kinderhilfswerk hat gestern eine Umfrage veröffentlicht, die auf das Problem von Kinder-Armut aufmerksam machen soll.

Einmal in der Woche zum Shoppen gehen, in den Ferien in den Urlaub fliegen und im Sommer im Freibad abhängen. Für viele Freunde von Olli und Lea ist das ganz normal. „Bei uns ist das leider einfach nicht drin“, sagt Lea. Ihre Mutter ist seit einem Unfall arbeitslos.

Für die 15-jährige Lea und ihren kleinen Bruder heißt das, dass sie auf vieles verzichten müssen. Die Familie kann es sich nicht leisten. „Im Kino war ich zum Beispiel noch nie“, sagt Olli. Auch ein Eis aus der Eisdiele oder einen Ausflug mitmachen ist für die Kinder ein Luxus, für den kein Geld da ist. Lea ist deshalb froh, dass sie jeden Tag lange in der Schule ist. Wenn andere Mädchen zum Shoppen gehen, sagt sie oft einfach: Ich habe keine Zeit.

Hobbys haben die beiden trotzdem. Sie gehen ins Karate-Training. Weil das aber Geld kostet, haben sich die Geschwister lange überlegt, ob sie das auch wirklich machen wollen.

„Ich würde gerne mal in den Urlaub fahren“, sagt Olli. Er ist acht Jahre alt und war in den Ferien noch nie woanders als in München, wo er lebt.

Leas größter Wunsch ist etwas anderes. Auch wenn sie weiß, dass dieser Wunsch vielleicht nicht in Erfüllung geht. „Ich würde mir wünschen, dass meine Mutter einen guten Job findet, mit dem sie genug verdient.“ Dann wäre ein Kinobesuch oder auch ein Urlaub kein Luxus mehr. Sondern endlich ganz normal.

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