zur Navigation springen

Tiere : Kraniche machen Pause bei Linum

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

An manchen Orten in Deutschland kann man ein tolles Natur-Schauspiel erleben: Tausende Vögel rasten auf Feldern und Seen.

Nachts ist es in Linum im Bundesland Brandenburg am ruhigsten. Dann schlafen die meisten der Kraniche, die sich zurzeit dort aufhalten – es sind Tausende. Der kleine Ort Linum liegt auf ihrem Weg in den Süden, wo sie den Winter verbringen. „Die Kraniche machen hier Pause, um sich für den Weiterflug zu stärken“, sagt die Fachfrau Marion Szindlowski. Die Vögel schlafen in riesigen Teichen. Dort sind sie sicher vor Feinden wie dem Fuchs.

Geht früh am Morgen die Sonne auf, erwachen die Tiere. Nach und nach geht ein lautes Getröte los. Einige Kraniche haben Hunger und fliegen auf die umliegenden Maisfelder. In Gruppen gehen sie hier auf Nahrungssuche.

Gegen Mittag sind so viele Kraniche auf den Feldern angekommen, dass ein Vogel neben dem anderen steht. „Das sieht dann so aus, als ob da ein großer grauer Teppich auf dem Feld wäre“, sagt Marion. Stundenlang picken die Kraniche die übrig gebliebenen Maiskörner von der letzten Ernte auf – und das jeden Tag. Denn die Kraniche haben nur wenig Zeit, um Kraft für die Reise zu sammeln. Manche haben auch schon einen weiten Weg hinter sich. „Wir haben zum Beispiel Tiere, die in Skandinavien gebrütet haben, in Finnland, Polen oder Weißrussland“, sagt Marion. Einige brüteten aber auch in Deutschland.

Aber warum kommen die Kraniche ausgerechnet nach Linum? „Aus Sicht der Vögel, denke ich, stimmt hier alles“, sagt Marion. „Für einen Kranich ist es wichtig, dass er gut schlafen kann und dass er richtig gut zu fressen hat.“ Tierschützer kümmern sich darum, dass die Tiere ein geschütztes Gebiet zum Schlafen haben. Außerdem pflanzen viele Bauern rund um Linum Mais an. Den mögen Kraniche sehr gern.

Schleichen sich Leute näher an sie heran, gehen die Kraniche langsam weg. „Sie halten einen Sicherheitsabstand zu Menschen“, erklärt Marion. Erst wenn die Sonne am Abend langsam untergeht, machen die Kraniche sich auf den Rückweg in ihr Schlafgebiet. Zuerst sind ein paar kleinere Gruppen am Himmel zu sehen. Mit der Zeit, wenn es dunkler wird, kommen immer größere Gruppen. „Egal, wohin man schaut, von überall kommen sie jetzt“, sagt Marion. Auch das laute Getröte ist nun wieder zu hören. „Es landen so viele Tiere auf den Teichen, die müssen sich erst mal sortieren“, sagt Marion. Denn jeder Kranich muss ein Platz finden, wo er in Ruhe im Stehen schlafen kann. Bis die Tiere schlafen, dauert es eine Weile.

Am nächsten Morgen geht der Ablauf wieder von vorne los. Aber Marion weiß, dass Linum nur ein Rastplatz ist. Irgendwann sieht man die Tiere plötzlich ihre Hälse recken“, sagt sie. „Sie schauen alle in eine Richtung. Plötzlich geht der ganze Trupp hoch zum Abflug Richtung Süden. Dann wäre man auch gern ein Vogel und würde am liebsten mit ihnen fliegen.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen