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Spannung : Video: Vier Räume, fünf Türen, ein Ausbruch

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Gefangen im Mystery House: Kina-Reporter begeben sich freiwillig hinter Gitter, um eine spannende Reportage über ein Spiel zu schreiben.

shz.de von
erstellt am 21.Okt.2017 | 01:45 Uhr

Flensburg | Das rostige Schloss knackt, während es sich langsam schließt. Jetzt ist es zu. Gedämmtes Licht erleuchtet die schmutzigen Wände. Überall Zahlen und Striche. Ein klappriger Tisch steht in einer kleinen Nische der Zelle. Ein Kerzenständer, der notdürftig aus einer Weinflasche gebaut wurde, ziert den morschen Tisch. Ein verrußter Spiegel und zwei eintönige, trostlose Bilder schmücken den kahlen Raum. Die vergitterten Fenster lassen keinen einzigen Lichtstrahl in die Zelle, selbst das blutrote Licht außerhalb der Zelle hilft uns nicht, Ruhe zu bewahren. Im Gegenteil, es macht es nur noch schlimmer. Angst breitet sich in unseren Körpern aus. Unser Blick schweift zu der Einbuchtung, die ein provisorisches Badezimmer darstellen soll. Mögliche Spuren sind überall, doch welche sind die entscheidenden? Die Zeit läuft, und wir versuchen vergeblich den ersten Hinweis zu finden.

 

Viele und knifflige Aufgaben erwarten uns im Mystery House in Flensburg. Hier muss man verschiedenste Rätsel lösen, um an sein Ziel zu kommen. So kann man zum Beispiel Teamfähigkeit und Zusammenhalt trainieren. Wir haben 60 Minuten Zeit, aus unserer Zelle auszubrechen.

Über ein Walkie-Talkie sind wir mit einer unserer Spielleitung Silke Sierth-Krüger verbunden. Sie gibt uns einen Tipp, der uns auf die richtige Fährte bringt. Wir knacken die erste Gittertür. Ein Erfolg. Erleichterung und Glücksgefühle durchströmen uns. Während eine Person weitere Hinweise sucht, machen sich die anderen am Stromkasten zu schaffen. Hebel drehen sich und Lichter blinken. Auf einmal ertönt ein ohrenbetäubender Lärm und eine Gittertür schwingt quietschend auf. Was ist passiert? Schnell betreten wir den Raum, und die rettende Spur sticht uns sofort ins Auge. Wir schalten die Alarmanlage aus, und Stille legt sich wie ein Tuch über uns.

Wir befinden uns nun im Wächter-Zimmer des „Prison Escape“, ein trostloser grauer Raum. Der Prison Escape ist einer der vier Rätsel, die man im Mystery House Flensburg lösen kann. Zwei weitere sind in Planung, erzählt uns der Geschäftsführer Michael Schulze.

Erneut suchen wir nach irgendwelchen Hinweisen, was sich jetzt als noch schwerer entpuppt. Wir achten auf jede Kleinigkeit auf der Suche nach einem vierstelligen Zahlencode. Auffällig sind die alte Schreibmaschine und das pechschwarze, alte Schnurtelefon. Einige Tasten der Maschine sind wie von Geisterhand runtergedrückt. Was hat das zu bedeuten? Außerdem liegt auf dem mausgrauen Tisch noch die Akte eines Verbrechers. Genau die Buchstaben, die auf der Schreibmaschine runtergedrückt sind, sind dort dick gedruckt. Ein Hinweis? Vergeblich zerbrechen wir uns die Köpfe. Doch die Uhr läuft, und es gibt kein Zurück mehr. Ab jetzt muss jeder Handgriff sitzen. Nur noch zwei Türen trennen uns von der Freiheit.

Ein Geistesblitz! Wir haben ihn: Den Code, der Schlüssel zu unserem Ziel. Wir sind wieder einen Schritt weiter. Erneut liegt ein kahler Raum vor uns. Die Wand ziert eine riesige Größentabelle. Ist sie wichtig? Der Schritt zur Freiheit? Außerdem steht in einer kleinen Nische noch ein stahlgrauer Schrank. Verschlossen. Oder ist das der Weg zur Freiheit? In unseren Gesichtern spiegelt sich Ratlosigkeit. Und jetzt hören wir langsam, aber deutlich immer lauter das Ticken der Uhr. Tik tak. Es fühlt sich an, als würde die Zeit an dir vorbeirauschen, und du kannst sie nicht aufhalten. Nur noch ein paar Minuten bleiben uns, um die letzte Tür zu knacken, den letzten Code herauszufinden. Sonst ist unser Ausbruch nicht geglückt.

Die Entscheidung steht kurz bevor. Können wir auch dieses Rätsel lösen und durch die letzte Tür gehen? Oder werden wir verlieren? Nochmal suchen wir den ganzen Raum ab und tatsächlich, wir finden einen Schlüssel, welcher in den Schrank passt. In unseren Gesichtern kann man pure Erleichterung sehen. Sind wir doch nicht ganz und gar verloren? Die Zeit arbeitet gegen uns. Also müssen wir mehr denn je zusammenhalten. So kurz vor dem Ziel geben wir nicht auf. Und nach wenigen Minuten und hektischen Diskussionen haben wir ihn: den allerletzten Code. Mit zittrigen Händen geben wir ihn ein. Alle halten den Atem an. Die Luft ist zum Schneiden gespannt. Ein grünes Leuchten und ein leises Piepen später sind wir in unseren knallorangenen Sträflingsanzügen wieder zurück in der Realität.

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