Meine Meinung : Girls’ und Boys’ Day: Ist das noch aktuell?

<p>Moritz Castello ist Kina-Reporter</p>

Moritz Castello ist Kina-Reporter

shz.de von
26. April 2018, 22:32 Uhr

Ich dachte, dass das Thema „Frauen- und Männerberufe“ längst abgehakt wäre. „Am Girls’ und Boys’ Day lernst du Berufe kennen, in denen bisher meist Männer/Frauen arbeiten“, steht auf den offiziellen Websites von einem großen Projekt des Familienministeriums. Obwohl wir doch alle über verschiedenste Berufe aufgeklärt sind, wieso ist es dann nicht möglich, dass beide Programme zusammengelegt werden?

Der Ansatz, dass man Berufe ausprobiert, die vielleicht nicht direkt im eigenen Blickfeld waren, ist ja verständlich. Ich verstehe auch den Gedankengang, dass Kinder, die von Klischees geprägt sind, eher einen geschlechtsassozierten Beruf ergreifen. Aber sind solche Zeiten nicht langsam mal vorbei?

Vielleicht möchte man eher einen Beruf testen, der zu einem passt, als von jemandem vorgeschrieben zu bekommen, ob man einen „Frauenberuf“ oder „Männerberuf“ testen darf. Denn ich vermute, dass durch eine Geschlechtertrennung die fortbestehenden Klischees noch verstärkt werden könnten, sodass das Gegenteil bewirkt wird.

Folgender Vorschlag: Man führt einen Tag ein, an dem Jugendliche die Berufe testen können, von denen sie sich etwas erhoffen. Diese könnten auch getrennt werden, aber nicht in männlich und weiblich sondern in Kategorien wie praxisorientiert, naturwissenschaftlich oder sozial. So könnten Jugendliche einfach erkennen, was ihnen am meisten liegt und diese Vorschläge als Entscheidungsbasis verwenden.

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