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Interview : Drei ??? werden zu Comic-Helden

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Zeichner Kim Schmidt erzählt Kina-Reporter Bjarne, wie er auf lustige Ideen kommt und was er damit macht.

shz.de von
erstellt am 16.Aug.2014 | 01:43 Uhr

Heute bin ich für ein Interview mit Kim Schmidt in Dollerup verabredet. Die Tür ist offen und eine Stimme ruft „Bin oben“ – also ab, die Treppe rauf. Das erste, was mir oben ins Auge fällt, sind Zeichenpuppen auf der Fensterbank – fröhliche, traurige, enttäuschte, oder einfach aus dem Fenster guckende. Ich sehe mich um, sehe Grafiktablett und Computer, am Boden liegen fertige Zeichnungen sauber gestapelt in Kartons. Schon kommt Kim auf mich zu, begrüßt mich, holt einen Stuhl und das Interview kann beginnen.
Waren Sie schon immer Zeichner oder haben Sie vorher etwas anderes gemacht?
Ich habe immer schon gezeichnet. Als Kind hab ich gemerkt, dass ich dafür eine Ader habe. Comiczeichner ist aber kein Ausbildungsberuf. Darum haben meine Eltern gesagt: „Lern mal was Ordentliches!“. Das hab ich gemacht. Ich bin ausgebildeter Krankenpfleger und habe auch im Krankenhaus gearbeitet. Später habe ich auch ein Lehramtsstudium begonnen. Und nebenbei immer gezeichnet.
Wann hatten Sie keine Lust auf das Krankenpflegen und sind Zeichner geworden?
Der Beruf als Krankenpfleger hat mir echt Spaß gemacht. Ich habe dann aber mehr und mehr Zeichenaufträge bekommen. Es war ein Zeitproblem. Ich musste überlegen: Was will ich eigentlich? Und ich habe mich dann fürs Zeichnen entschieden. Das war so ungefähr vor 20 Jahren.
Wie entsteht ein Cartoon von Ihnen?
Ich gehe mit offenen Augen durch die Welt und interessiere mich für alles. Ich lese die Zeitung von vorne bis hinten, höre den ganzen Tag Radio, lese im Internet, gucke Fernsehen, spreche viel mit Leuten – und dann fällt mir was ein.
Und wie geht es weiter, wenn Sie erstmal eine Idee haben?
Als erstes mache ich mir Stichworte und dann eine grobe Skizze. Die wird sauber gezeichnet und am Leuchttisch durchgepaust. Ich mache eine schwarz-weiß Zeichnung und coloriere sie, entweder am Computer oder per Hand mit Stiften.
Und was machen Sie häufiger? Eher am Computer oder eher per Hand?
Also, ich zeichne schon alles per Hand, aber die Nachbearbeitung mache ich meistens am Computer. Das muss ja sowieso alles digital bearbeitet werden und ich verschicke das alles online. Ich muss also gar nicht mal mehr das Haus verlassen. Alles zack über die Datenautobahn schicken.
Sie zeichnen für den Kosmos Verlag die drei Fragezeichen als Comic. Wie schaffen Sie es, dass die Zeichnungen da so lebendig werden?
Das ist Übungssache. Ich zeichne ja schon ganz lange und der Strich wird einfach immer dynamischer. Das ist ja bei jeder Sache so: Man übt es und wird mit der Zeit immer besser.
Wie sind Sie dazu gekommen die drei Fragezeichen Comics zu zeichnen?
Das war einen Auftrag vom Verlag. Ich illustriere seit ungefähr vier Jahren auch die Bücher und die hatten dann irgendwann die Idee: „Jetzt machen wir mal einen Comic“. Die Kinderbuchverlage entdecken jetzt die Comics.
Und wenn sie dann einen Auftrag kriegen, wie entstehen dann bei Ihnen die Figuren?
Ich arbeite mit einem Autor zusammen. Ulf Blanck schreibt die Geschichte als Drehbuch. Da stehen die Dialoge drin und auch die Handlung ist genau vorgeschrieben. Daran halte ich mich. Ich habe allerdings die Freiheit, die Bilder so zu zeichnen, wie ich meine, dass das am besten ist.



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