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Kina-Weihnachtsgewinner : Kina-Reporter und ein Trampolin

vom

Felix Sender (10) aus Horst belegt mit seiner Geschichte Platz 2:

Kina-Reporter berichten über Fitnessprogramm des Weihnachtsmannes

Es klopft an der schweren Holzpforte. Der Weihnachtsmann kämpft sich mühsam aus seinem Sessel hoch. „Oje, oje“, jammert er. Er geht zum Eingang und öffnet die Tür. Niemand da! Doch was ist das? Ein heller Stern schwebt vor dem Eingang. Und er spricht: „Komm, lass dich nicht hängen! Wir gehen jetzt Fußball spielen!“

… um dich auf deine große Reise am 24. Dezember vorzubereiten.“ Der Weihnachtsmann stöhnt: „Wie soll ich das denn noch schaffen? Ich habe nur fast einen Monat Zeit!“ „Das schaffst du. Ich weiß es“, entgegnet der Stern, fliegt durch die Tür und fragt sich den Weihnachtsmann: „Deine Wichtel können doch sicher auch ein Reck bauen, oder?“ „Aber sicher doch! Wenn sie das nicht können, würde ich sie nicht brauchen!“, erwidert der Weihnachtsmann prompt. „Gut!“, sagt der stern. Dann sag ihnen am besten, dass sie dir schnell ein Reck bauen sollen.“

Mit schweren Schritten geht der Weihnachtsmann zu seiner Werkstatt. Als er diese betritt, merkt er, dass er lange nicht mehr hier war und sich so viel verändert hat seit seinem letzten Besuch. Er hat die Werkstatt viel kleiner und mit weniger Wichteln in Erinnerung. Als seine Verblüffung darüber nachlässt, hat sich schon eine große Zahl an Wichteln um ihn herum versammelt und sie wünschen ihm einen wunderschönen guten Abend. Als sie endlich leise sind, bittet der Weihnachtsmann sie, ihm ein Reck zu bauen und es in seinem Wohnzimmer aufzustellen. Verwundert, aber schnell machen sich gleich mehrere Wichtel an die Arbeit und wenig später steht ein nigelnagelneues, großes, knallblaues Reck im Wohnzimmer des Weihnachtsmannes.

„Komm“, sagt der Stern. „Dann versuch mal einen Klimmzug. Der Weihnachtsmann geht an das Reck, schließt die Hände um die Stange und versucht einen Klimmzug. Er versucht, sich hochzuziehen, er zieht und zieht, doch er schafft es nicht. Entmutigt lässt er sich in den Sessel fallen und grunzt: „Ach, ich muss wohl meine Wichtel losschicken, um die große Reise anzutreten! Ich bin einfach nicht fit genug!“ „Komm schon, du schaffst das“, ermutigt der helle Stern den Weihnachtsmann und fügt hinzu: „Ich glaube an dich!“ Der Weihnachtsmann brummt: „Lass gut sein, ich schaff das nicht.“

Langsam fängt der helle Stern an, sich Sorgen zu machen. Die Wichtel können sich wahrscheinlich nicht merken, welches Geschenk zu den einzelnen Kindern gebracht werden muss. Denn das kann sich nur einer merken, und das ist der Weihnachtsmann höchstpersönlich. „Nur noch ein Versuch. Bitte!“, sagt der Stern. Wiederwillig drückt sich der Weihnachtsmann aus seinem Sessel hoch, geht zu dem Reck und versucht, sich hochzuziehen. Ohne dass der Weihnachtsmann es merkt, zieht der Stern ihn am Mantelkragen hoch. Der Stern zieht mit Leibeskräften und schafft es mit Mühe und Not, den Weihnachtsmann hochzuziehen, sodass sein Kopf über der Stange ist. Der Weihnachtsmann lässt sich dann völlig erschöpft fallen, aber er ist höchst zufrieden mit sich selbst und ruft und strahlend ruft er: „Ich habe es geschafft!“ Der Stern ist auch froh, dass der Weihnachtsmann den einen Klimmzug geschafft hat. Er hofft, dass der Weihnachtsmann sich jetzt auch den weiteren sportlichen Herausforderungen stellen wird. Er sagt: „Ich glaube, für heute ist es genug des Guten. Wir solten jetzt mal gucken, was wir an deiner Ernährung ändern können.“ Der Weihnachtsmann fragte erschrocken: „Heißt das, dass ich nicht mehr so viel heiße Schokolade triknen daruf und mein leckerer Möhrenkuchen und die Lasagne wegfallen?“ Der Stern überlegt: „Ja, so ungefähr, du solltest allerhöchstens ein kleines Stück Kuchen pro Tag essen. Und nicht mehr, sonst betrügst du dich nur selber und dann kannst du nicht die große Reise antreten.“ „Okay“, brummte der Weihnachtsmann kleinlaut und denkt an die vielen Kinder auf der Erde, die sich auf seinen Besuch freuen. „Du solltest eher Obst und Gemüse essen, zum Beispiel Kürbissuppe oder Tomatensuppe“, schlägt der Stern vor. „Ich werde mich daran halten“, erwidert der Weihnachtsmann mürrisch. „Am besten, du gehst ab jetzt auch überall selbst hin und rufst nicht deine Wichtel immer zu dir“, schlägt der helle Stern weiter vor.

Nach einem Abendessen mit Obstsalat, Joghurt, wenigen Nüssen und einem kleinen Löffel Honig fragt der Stern, ob er im Haus des Weihnachtsmannes übernachten kann. Der Weihnachtsmann willigt ein und er zeigt dem Stern einen gemütlichen Platz auf dem Dachboden. Stolz und ein bisschen traurig sag der Weihnachtsmann: „Hier wird dir sicher nicht kalt.Das hier ist das Gästezimmer. Aber hier war seit Jahren keiner mehr. Die Wichtel haben das Zimmer immer sauber gehalten. Das Bett ist sogar richtig gemütlich.“ Der Stern erwidert: „Ach, ich brauche kein Bett. Ich hänge mich einfach unter die Decke.“ Als der Weihnachtsmann ihm eine gute Nacht gewünscht hat, verlässt der Weihnachtsmann das Zimmer und lässt den Stern allein. Dieser schwebt noch lange wach und überlegt, ob der Weihnachtsmann es noch schaffen kann, bis zum 24. Dezember körperlich wieder fit zu werden. Er selbst hat zwar gesagt, dass er es noch bis zum Reiseantritt schaffen kann. Aber so, wie es aussieht, könnte es noch knapp werden.

Auch der Weihnachtsmann liegt noch lange wach und auch er überlegt, ob er die körperliche Fitness bis zum Heiligen Abend noch schaffen kann. Er hat sich fast ein ganzes Jahr nicht wirklich bewegt und zudem hat er auch das Gefühl, das ihn der Stern bei seinem Klimmzug hochgezogen hat.

Als der Weihnachtsmann am nächsten Morgen aufwacht, denkt er dass alles nur ein Traum gewesen ist. Doch als er in die Küche kommt, um zu frühstücken, merkt er, dass es kein Traum gewesen ist. Denn da schwebt der helle Stern vor dem Küchentisch und es steht ein Teller mit nur einer Scheibe Brot drauf, auf dem eine Scheibe Käse liegt, und neben dem Glas steht ein volles Glas Wasser. „Guten Morgen“, begrüßt der Stern den Weihnachtsmann und dieser hebt zögernd den Arm. „Hallo“, sagt der Weihnachtsmann kurz und fragt den hellen Stern: „Willst du nichts essen?“ „Wir Sterne essen nichts“, erwidert der helle Stern. Erstaunt darüber isst der Weihnachtsmann still sein kleines Frühstück.

Als der Weihnachtsmann mit dem Frühstück fertig ist, sagt der Stern: „Heute fangen wir damit an, erst einmal ein paar Kniebeugen zu machen. Und danach gehen wir Schlittschuh laufen, okay? Du musst ja bis zur großen Reise wieder fit werden und auch etwas Gewicht verlieren.“ „Ja, du hast Recht“, sagt der Weihnachtsmann kleinlaut. „Dann lass uns anfangen.“

Als sie im Wohnzimmer sind, macht der Stern ihm eine Kniebeuge vor, und der Weihnachtsmann versucht, eine nachzumachen, und schafft es so gerade eben. Und noch eine Kniebeuge und die dritte schafft er auch. Er kommt mit hochrotem Kopf schnaufend wieder hoch: „Puh, das ist echt schwer!“ Sie üben den halben Vormittag. Am Ende liegt sein Rekord bei zwölf Kniebeugen.

Gegen halb elf macht sich der Weihnachtsmann fertig zum Schlittschuhlaufen. Als sie draußen sind, riecht der Weihnachtsmann eine herrliche, klare Luft. Das hat er schon lange nicht mehr wahrgenommen, fällt ihm auf. Als sie losfahren, ist er noch sehr wackelig unterwegs und er fällt schon kurz nach dem Start auf den Allerwertesten und ruft: „Aua, mein Po!“ Laut fluchend richtet er sich wieder auf. Aber schon kurze Zeit später fällt er wieder hin, dieses Mal auf den Bauch. Als er wieder aufsteht, flucht er: „Ich habe es verlernt! Ich kann es nicht mehr. Lass uns umkehren!“ Ohne dass der Stern es will, rutscht es ihm heraus: „Nein!“ Der  Weihnachtsmann dreht sich verwundert um und fragt: „Warum nicht?“ „Weil, weil, weil das einfach nicht geht. Komm.“ Der Stern greift dem Weihnachtsmann unter den Arm, damit der sich festhalten kann. Nach ein paar Runden um das Haus kann der  Weihnachtsmann sogar wieder alleine fahren und man sieht, dass er auch früher mal sehr gut Schlittschuhlaufen konnte. Sie fahren bis zum Mittag.

Als sie wieder in das Haus kommen, fragt der Weihnachtsmann den hellen Stern: „Darf ich jetzt eine heiße Schokolade?“ „Nein!“, erwidert der helle Stern energisch. „Ein Honig-Ingwer-Zitronentee kann dich auch aufwärmen. Ich zeige dir, wie man einen macht und danach machen wir beide ein schönes Mittagessen für dich, ja?“ Sie gehen in die Küche und der helle Stern zeigt dem Weihnachtsmann, wie man Honig-Ingwer-Zitronentee macht, und danach bereiten sie einen Salat mit kleinen Schnitzelstückchen vor. Als der Weihnachtsmann sich an den Tisch setzt und sieht, wie wenig nur in der Schüssel ist, denkt er: Wie? Davon soll ich satt werden? Dann schlägt er die Zeitung mit den Kina-Nachrichten auf und als er sieht, was da steht, verschluckt er sich fast:

Weihnachtsmann erhält Fitnessprogramm

Wie wir gestern von unseren Kina-Reportern zu hören bekamen, erhält der Weihnachtsmann ein spezielles Fitnessprogramm, um sich für seine große Reise am heiligen Abend vorzubereiten. Uns wurde inzwischen übermittelt, dass der Weihnachtsmann sich in besten Händen befindet. Wir drücken ihm alle fest die Daumen, dass er bis zum 24. Dezember seine körperliche Fitness soweit wieder aufgebaut hat, dass er selber wieder die körperlich herausfordernde Reise zu allen Kindern, die ihn erwarten, antreten kann.

Der Weihnachtsmann schlägt die Zeitung wieder zu und überlegt, wie die Kina-Reporter an dieses Wissen kommen konnten. Die müssen ja ganz schön schlau sein, oder einen exklusiven Informanten haben. Der Einzige, der von dem Fitnessprogramm weiß, ist der helle Stern, aber der kam ja erst am Nachmittag. Da ist doch bestimmt schon Redaktionsschluss, oder? Außerdem verschließt der  Weihnachtsmann am Abend immer alle Türen und Fenster. Hatte man ihn und den Stern etwa belauscht? Und woher wusste man, wo er wohnt? Das weiß eigentlich kein Mensch außer ihm selbst.

Aber all diese Überlegungen geben dem Weihnachtsmann neuen Ansporn, da er nicht als schlapper Weihnachtsmann in der Zeitung stehen will. Als er aufgegessen hat, merkt er, dass selbst so ein kleiner Salat satt macht und er fühlt sich richtig gut. Der Stern ha inzwischen, ohne dass der Weihnachtman etwas bemerkt hat, ein Laufband aufstellen lassen. „Wir laufen jetzt erstmal ein bisschen“, sagt der Stern. Der Weihnachtsmann läuft den ganzen Nachmittag bis zum Abend in unterschiedlichen Tempobereichen und beim Laufen liest er sich immer wieer die Liste durch, auf der steht, was die Kinder zu Weihnachten bekommen sollen.

Zum Abendessen gibt es Brot mit Ziegenkäse und eine Mandarine. Nach dem Essen bittet der Stern den Weihnachtsmann, sich einmal zu wiegen. Der Weihnachtsmann stellt sich auf die Waage. Sie zeigt 125 Kilogramm an. Danach fragt der Stern, wie groß der Weihnachtsmann sei und der sagt stolz: „2,05 Meter.“ „Das ist wirklich groß“, antwortet der helle Stern. „Du must, um dein Idealgewicht herauszufinden, deine Körpergröße in Zentimetern minus 110 rechnen. Das Ergebnis ist dein Idealgewicht.“ Der Weihnachtsmann überlegt kurz und sagt dann: „95 Kilogramm ist also mein Idealgewicht. Das schaffe ich niemals! Das sind 30 Kilogramm.“ Der helle Stern möchte den Weihnachtsmann motivieren und sagt: „Das schaffst du! Du musst nur ein Kilo pro Tag abnehmen und ich glaube, du hast heute schon eineinhalb Kilo abgenommen.“

In nächster Zeit laufen die beiden Ski, machen Strecksprünge und Liegestütze, heben Gewichte, laufen auf dem Laufband und lernen die Reiserute und die Geschenkeliste dabei auswendig. Bald kann der Weihnachtsmann sogar einen Klimmzug alleine und am 21. Dezember wiegt er nur noch 100 Kilogramm. Außerdem kann er jetzt einen Salto auf dem Trampolin.

Doch am 23. Dezember wiegt der Weihnachtsmann noch 97 Kilogramm. „Ich schaffe es nicht mehr! Nein, nein, nein!“, beklagt sich der Weihnachtsmann. Doch der Stern sagt ruhig: „Du musst nicht unbedingt 95 Kilogramm wiegen. Man darf ein bisschen über seinem Idealgewicht wiegen.“ „Wirklich?“, fragt der Weihnachtsmann skeptisch. „Wirklich!“, entgegnet der helle Stern. „Danke, danke, danke, das ist ja super, aber ohne dich hätte ich diese körperliche Fitness nicht erreicht“, strahlt der Weihnachtsmann. „Es freut mich sehr, dass ich dir helfen konnte, und ich wünsche dir viel Glück bei deiner Reise. Ach, und mach weiterhin jeden Tag ungefähr eine Stunde Sport, damit du auch sso schön fit bleibst“, rät ihm der helle Stern. Dann dreht sich dieser um und fliegt durch die offene Tür hinau, wo gerade Wichtel Säcke raustragen und den Schlitten beladen. Der Weihnachtsmann guckt ihm lange nach, bis er seinen hellen Stern am Himmel nicht mehr von den anderen Sternen unterscheiden kann, und er denkt traurig: Der helle Stern wird mir fehlen.

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erstellt am 22.Dez.2015 | 19:08 Uhr

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