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Menschenskinder : Kieron ist ein Künstler

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Fußballspielen und Trampolinspringen, das mag der Zwölfjährige gern. Aber am liebsten malt er.

shz.de von
erstellt am 24.Nov.2014 | 01:25 Uhr

Pinsel und Farben eingepackt, eine große Leinwand auch, und dann raus in die Natur! Das ist es, was Kieron am allerliebsten macht. Er ist zwölf Jahre alt und hat trotzdem schon einen Beruf: Kieron ist ein Maler. „Ich male jeden Tag“, erzählt er, „manchmal drei Stunden, aber manchmal auch acht oder neun. Das ist gar nicht anstrengend für mich.“

Kieron lebt in England in einer Gegend mit viel Wasser. Er malt alles, was er draußen sieht: Schiffe, Felder, Pferde oder Kühe. Die Bilder finden viele Menschen richtig schön. So schön, dass sie aufs Land fahren, um sich die Bilder in einer Ausstellung anzuschauen. Manche Leute wollen ein Bild dann unbedingt haben. Dafür bezahlen sie richtig viel Geld. So viel, dass man dafür eine ganze Wohnung kaufen könnte.

Tipps vom Mal-Profi

Für Kieron ist es gar nicht schwer, richtig schöne Bilder zu malen. Trotzdem arbeitete er daran, besser zu werden: Er ließ sich Techniken und Tricks von erwachsenen Malern erklären. Mit dem Malen ist es ein bisschen wie mit Mathe, glaubt Kieron. Manche können es von Anfang an etwas besser, andere nicht ganz so gut. Kieron sagt: „Aber man kann es üben. Dann wird man schneller und genauer.“

Jetzt weiß er Bescheid und kann selbst Tipps geben für alle, die auch malen wollen: „Geht raus, und zwar bei jedem Wetter, und malt draußen!“ Denn wenn man draußen ist, fühlt man den Wind oder die Sonne. Und man hört die Vögel und riecht die Blumen. „Wenn man so richtig in der Natur ist, dann malt man besser als im Zimmer“, sagt Kieron. Er selbst malt am allerliebst im Hafen. Oder in den Sümpfen, die es bei ihm in der Nähe gibt.

Blau ist blau? Von wegen!

Welche Farbe hat der Himmel? Klar, blau. Aber ist das alles? Ist er nicht manchmal ein bisschen hellblau, mal eher grau-blau, und mal so richtig knallig blau? In der Natur gibt es unzählige Farben. Nicht alle kann man fertig gemixt im Laden kaufen kann. „Mir macht es Spaß, genau die richtige Farbe zu finden“, sagt Kieron. „Auch, wenn das manchmal ganz schön lange dauert.“

Probier es doch mit Wasserfarben mal selbst aus. Deckweiß macht deine Farben heller, ein kleines bisschen Schwarz dazu färbt sie dunkel. Schaffst du es, ganz genau die Himmelsfarbe zu mixen, die du gerade vor dem Fenster siehst?

Mit Tierbildern Geld verdient

Wer viel malt, braucht Farben, Pinsel, Papier und Leinwände - und das ist ziemlich teuer. Als Kieron noch nicht berühmt war, hatte er eine Idee: Er malte die Haustiere von Leuten, die dann dafür ein bisschen Geld bezahlten. Dafür ließ er sogar eine Anzeige in der Zeitung von Holt drucken. Holt ist der Ort in England, in dem Kierons Familie wohnt. So bekam Kieron wirklich Aufträge, zum Beispiel von dem Herrchen von „Kipper“. So hieß der erste Hund, den Kieron gemalt hat. Damals war er sechs Jahre alt. Jetzt, mit zwölf Jahren, hat er keine Geldsorgen mehr. Denn viele Menschen wollen seine Bilder kaufen. Aber Tiere malt er immer noch gerne.

 

Dass Kieron ganz toll malen kann, merkte er, als er fünf Jahre alt war. Er machte gerade Urlaub am Meer, mit seinen Eltern und in einer anderen Gegend von England. Die Boote gefielen ihm so gut, dass er sie zeichnen wollte. Und dann hörte er einfach nicht mehr auf damit. „Ich will mein ganzes Leben lang malen, bis ich wirklich alt bin“, da ist er sich ganz sicher.

Weil Kieron am liebsten den ganzen Tag malt, haben seine Eltern entschieden, dass er nicht mehr in die Schule gehen muss. Er wird zu Hause unterrichtet. In Deutschland ist so etwas nicht erlaubt, in England aber schon. „Die frühere Rektorin von meiner Schule kommt alle zwei Wochen vorbei und bringt Aufgaben“, erzählt er. „Wir haben Mathe, Englisch und Geschichte.“ Und seine Mutter hilft ihm, wenn er etwas nicht versteht. „Das funktioniert gut und macht mir auch Spaß“, sagt seine Mutter.

Kieron hat eine kleine Schwester, die lernt auch mit ihm zu Hause. „Wir arbeiten zwei Stunden am Tag, dann ist es geschafft. Dann können wir machen, was wir wollen“, sagt der junge Maler. Meistens schnappt er sich dann seine Farben und Pinsel und malt ein Bild. Aber Kieron springt auch gern auf dem Trampolin und spielt Fußball. Ein paar Mal pro Woche kickt er mit anderen Kindern im Park. Denn in der Schule sieht er ja immer nur seine kleine Schwester. Bald will er in einem richtigen Fußballverein spielen. Kieron findet Bayern München richtig gut. „Und mein Lieblingsspieler ist Bastian Schweinsteiger!“

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