Keksdosen-Mandoline und Ölkanister-Ukulele

Der Körper der Ukulele besteht aus einem Olivenöl-Kanister aus Griechenland. Der Hals ist passend dazu aus dem Holz eines Olivenbaumes.
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Der Körper der Ukulele besteht aus einem Olivenöl-Kanister aus Griechenland. Der Hals ist passend dazu aus dem Holz eines Olivenbaumes.

Alte Gabeln und kaputte Lattenroste: Was viele Menschen auf den Müll werfen, ist für Dominik Sedlmayr Baumaterial.

shz.de von
30. August 2018, 14:57 Uhr

Eine solche Ukulele hat wohl noch kaum jemand gesehen: Sie besteht aus einem leeren Olivenöl-Kanister, einem zurechtgesägten Schneidebrettchen aus Olivenholz und zwei verbogenen Gabeln mit nur zwei Zinken. Daneben liegt eine noch unfertige Mandoline aus einer Keksdose und einem Brett aus einem Lattenrost. Der Erfinder dieser ungewöhnlichen Instrumente heißt Dominik Sedlmayr (Foto).

Seit acht Jahren bringt er unter anderem Ölkanister und Keksdosen zum Klingen. Mandolinen, Banjos, Ukulelen: Dominik Sedlmayr baute schon viele verschiedene Instrumente aus scheinbarem Müll. Wie kam er auf die Idee? „Ich habe einen Bericht gesehen über Leute in Afrika, die aus Müll Instrumente gebaut haben“, sagt er.

Die Idee gefiel ihm so gut, dass er es selbst ausprobierte. „Ich habe mir den Instrumentenbau selbst beigebracht und ich lerne immer noch dazu“, erzählt er. Sein erstes selbst gebautes Instrument war ein elektrischer Kontrabass. Den spielte er schon auf Konzerten vor Publikum.

Seit zwei Jahren lebt er in Berlin, der Hauptstadt von Deutschland.

Dort baut er seine Instrumente in einer offenen Werkstatt. Das ist ein Ort für Leute, die keine eigene Werkstatt haben. Sie teilen sich dort Werkzeuge und Geräte.

Insgesamt 40 Stunden sägt, hämmert, feilt, schraubt und klebt Dominik Sedlmayr, bis eines seiner Instrumente fertig ist. Etwa 30 hat er bisher gebaut.

Davor geht er auf die Suche nach den Gegenständen, die zum Instrument werden sollen. „Ich bin schon oft über Flohmärkte gelaufen und habe an Dosen geklopft und mir überlegt, wie das klingen könnte. Die Leute haben sich bestimmt gedacht: Was macht der da?“, sagt der Instrumentenbauer und lacht.

Keksdosen, Pralinendosen, Ölkanister - all diese Dinge können zum Instrumentenkörper werden. Der Hals wird aus neuem oder altem Holz gefertigt. An Pfannenwendern oder Gabeln befestigt Dominik Sedlmayr die Saiten am hinteren Ende.

Dinge aus dem alltäglichen Leben bekommen so eine ganz neue Aufgabe. „Ich finde es toll, den Sachen eine neue Funktion zu geben, die gar nichts mit der alten Funktion zu tun hat“, erklärt Dominik Sedlmayr.

Was ihm noch viel Spaß macht? Er kann sich immer etwas Neues einfallen lassen. In vielen Gegenständen könnte sich etwas für ein neues Instrument verstecken. Vielleicht findet man sogar ein Bauteil in der eigenen Küche.

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