Politik : Jeder muss ein bisschen nachgeben

Bevor Griechenland und die anderen Europäer sich einigen konnten, mussten beide Seiten Kompromisse eingehen.
Bevor Griechenland und die anderen Europäer sich einigen konnten, mussten beide Seiten Kompromisse eingehen.

Kompromisse gibt’s in der Politik und im alltäglichen Leben.

shz.de von
14. Juli 2015, 01:49 Uhr

Der Junge will unbedingt ins Schwimmbad. Seine Schwester möchte lieber zu Hause Monopoly spielen. Und nun? In solchen Fällen hilft oft ein Kompromiss. Hier könnte er so aussehen: Die beiden gehen ins Schwimmbad und spielen dort. Oder sie gehen erst ins Schwimmbad und spielen dann zu Hause.

Über einen Kompromiss sprachen gestern auch viele Politiker. Es ging um Griechenland. Das Land hat seit einiger Zeit große Geldnot und braucht dringend Hilfe von anderen Ländern. Die verlangen, dass Griechenland zuvor einige Aufgaben erfüllt. Griechenland war mit diesen Aufgaben nicht einverstanden.

Gestern hieß es dann aber: Wir haben uns geeinigt und einen Kompromiss gefunden! Doch was ist eigentlich wichtig für einen Kompromiss?

„Beide Seiten müssen bereit sein, ein Stück nachzugeben“, sagt Experte Alexander Görke. Dabei könne es helfen, sich klarzumachen, dass man doch ein gemeinsames Ziel hat. In unserem ersten Beispiel etwa: Wir wollen gemeinsam einen schönen Tag verbringen – im Schwimmbad oder zu Hause.

„Es kann auch helfen, mal die Sichtweise des anderen einzunehmen“, sagt Alexander Görke. „Dann versteht man besser, was für ihn wichtig ist und warum.“ Wichtig ist, dass sich nicht einfach einer durchsetzt und der andere seinen Willen aufgibt: „Dann wäre es ein fauler Kompromiss“, meint der Experte.

Er empfiehlt einen kleinen Kompromiss-Test. Am Ende müssen beide das Gefühl haben: Ich habe mich zwar nicht ganz durchgesetzt, kann aber mit der Lösung leben.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen